Yildiray Yücel Kamanmaz/Pixabay
Ein vermeintlich routinemäßiger Fußstreifendienst der Wiener Polizei führte am gestrigen Tag zu einer filmreifen Verfolgungsjagd in einer Parkanlage in Wien-Leopoldstadt. Beamte des Stadtpolizeikommandos Brigittenau bewiesen dabei den richtigen Riecher, als sie zwei Männer bei einem verdächtigen Austausch beobachteten.
Verdächtige Beobachtung im Park

Die Polizisten wurden während ihres Streifendienstes auf zwei Männer aufmerksam, deren Verhalten sofort Misstrauen erregte. Die Personen tauschten in einer Parkanlage hastig Gegenstände aus – ein klassisches Indiz für einen Suchtmittelhandel. Unmittelbar nach der Übergabe trennten sich die Wege der beiden Männer, was die Beamten zum sofortigen Einschreiten veranlasste.

Käufer zeigt sich geständig

Ein 26-jähriger syrischer Staatsangehöriger konnte von den Polizisten noch in unmittelbarer Nähe angehalten werden. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten Cannabiskraut. Der junge Mann zeigte sich kooperativ und gestand noch vor Ort, die Drogen soeben bei dem anderen Mann gekauft zu haben. Während diese Amtshandlung ruhig verlief, gestaltete sich die Anhaltung des mutmaßlichen Dealers deutlich turbulenter.

Fluchtversuch endet mit Sturz

Der mutmaßliche Verkäufer, ein 30-jähriger afghanischer Staatsangehöriger, bemerkte die Verfolgung durch die Beamten und ergriff sofort die Flucht. In der Hektik übersah er einen unbeteiligten Passanten und prallte mit diesem zusammen. Beide Personen stürzten zu Boden, doch der 30-Jährige ließ sich davon nicht beirren und setzte seine Flucht fort, ungeachtet der mehrfachen Aufforderungen der Polizei, stehen zu bleiben.

Schreckschüsse stoppen Verdächtigen

Um die Flucht zu unterbinden, sah sich ein Beamter schließlich gezwungen, Schreckschüsse in ein lockeres Erdreich abzugeben. Diese Warnsignale zeigten die gewünschte Wirkung: Der Flüchtende blieb stehen und ließ sich widerstandslos festnehmen. Erfreulicherweise wurden bei dem Vorfall weder der Passant noch andere Personen verletzt, und es entstand kein Sachschaden.

Sicherstellung und Ermittlungen

Bei der anschließenden Durchsuchung des 30-Jährigen stießen die Polizisten auf Bargeld im dreistelligen Eurobereich sowie auf rezeptpflichtige Tabletten. Die Beweismittel wurden umgehend sichergestellt. Das Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Zentrum Ost, hat im Ermittlungsbereich Suchtmittel die weitere Bearbeitung des Falles übernommen.

Rechtliche Konsequenzen

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Wien wurde entschieden, dass der 30-jährige Beschuldigte auf freiem Fuß angezeigt wird. Er wird sich nun wegen des Verdachts auf Suchtmittelhandel vor der Justiz verantworten müssen.

Der Vorfall zeigt die Bedeutung von Polizeipräsenz im öffentlichen Raum. Durch die aufmerksame Beobachtung der Streifenbeamten konnte ein mutmaßlicher Dealer gefasst und illegale Substanzen aus dem Verkehr gezogen werden. Dass dabei zur Schusswaffe gegriffen werden musste, unterstreicht die Brisanz der Situation, blieb jedoch aufgrund des besonnenen Handelns der Beamten ohne Personenschaden.

Quelle „LPD Wien“

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Von admin

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