Das neue Billigstromgesetz bringt frischen Wind in die heimischen Haushalte. Ab sofort müssen Stromanbieter auf ihren Rechnungen direkt auf das Vergleichsportal der E-Control hinweisen. Damit wird die Stromrechnung vom bloßen Zahlschein zum aktiven Sparinstrument.
Mehr Durchblick auf der ersten Seite
Die Intransparenz hat ein Ende. Nach den Vorgaben der E-Control-Vorstände Alfons Haber und Michael Strebl wurde eine Musterrechnung entwickelt, die alle wesentlichen Daten bündelt. Der Fokus liegt auf der ersten Seite: Verbrauch, Kosten und der entscheidende Hinweis auf den Tarifkalkulator sind sofort ersichtlich. Ziel ist es, dass Kunden auf einen Blick verstehen, was sie bezahlen und ab wann ein Wechsel rechtlich möglich ist.
Politischer Appell zum Anbieterwechsel
Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer sieht in der Neuerung eine enorme Chance für die Geldbörsen der Bürger. Er betont, dass der Vergleich nur wenige Minuten dauert, aber sofortige Ersparnisse von oft mehreren hundert Euro ermöglicht. Auch Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner bezeichnet den verpflichtenden Hinweis als smarten Wegweiser, der das Leben leichter und das Sparen einfacher machen soll.
Enormes Sparpotenzial in den Bundesländern
Die Preisunterschiede zwischen dem teuersten und dem günstigsten Anbieter bei einem Durchschnittsverbrauch von 3.500 kWh sind gewaltig. Besonders in Tirol ist die Schere mit bis zu 765 Euro Differenz am größten. Auch in Vorarlberg (694 Euro), Kärnten und Salzburg (jeweils 693 Euro) lohnt sich der Blick in den Tarifkalkulator massiv. In Wien liegt das Sparpotenzial bei 470 Euro, während es im Burgenland und Niederösterreich rund 438 Euro sind.
Österreich bleibt Wechselmuffel
Trotz der hohen Ersparnismöglichkeiten ist die Wechselbereitschaft hierzulande ausbaufähig. Während in Italien fast jeder Vierte (23,8 Prozent) seinen Anbieter wechselt und Deutschland bei 14 Prozent liegt, kommt Österreich 2025 lediglich auf eine Quote von 5,37 Prozent. Schlusslicht im Bundesländer-Ranking ist Tirol mit einer Wechselrate von nur 1,39 Prozent, obwohl dort das größte Sparpotenzial schlummert. Niederösterreich führt die Liste mit 8,48 Prozent an.
Hilfe für einkommensschwache Haushalte
Das Billigstromgesetz beinhaltet seit dem 1. April zudem einen speziellen Sozialtarif. Dieser richtet sich an Personen, die vom ORF-Beitrag befreit sind und Sozialleistungen wie Pflegegeld oder eine Mindestpension beziehen. Für einen Jahresverbrauch von bis zu 2.900 kWh wird ein vergünstigter Preis von 6 Cent pro Kilowattstunde verrechnet, was eine zusätzliche Entlastung von bis zu 300 Euro bedeutet.
Die neue Gestaltung der Stromrechnung nimmt die Konsumenten an die Hand und macht den Anbieterwechsel so niederschwellig wie nie zuvor. Wer die wenigen Minuten investiert und die Daten in den Tarifkalkulator tippt, kann ohne Verzicht bares Geld sparen. Transparenz ist hier der erste Schritt zur Entlastung.
Quelle „heute.at“
Strompreise checken und bares Geld retten.