Wolfgang Hattmannsdorfer/ © BKA PaulGruber
Die Bundesregierung hat einen entscheidenden Schritt zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes gesetzt. Mit dem Lehrberufspaket 2026 wird die duale Ausbildung in Österreich grundlegend reformiert und an die Erfordernisse des 21. Jahrhunderts angepasst.

Mehr als 18.000 Lehrlinge profitieren unmittelbar von den neuen Ausbildungsinhalten, die einen klaren Fokus auf Digitalisierung, Dekarbonisierung und technologische Innovation legen.

Fokus auf Schlüsseltechnologien

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer betont die Notwendigkeit dieser Anpassungen im Rahmen der Transformation der heimischen Industrie. Um den angestrebten Platz unter den Top 10 der Industrienationen zu festigen, setzt das Ministerium auf eine Ausbildung, die sich strikt an der technologischen Realität orientiert. Die Modernisierung betrifft vor allem jene Bereiche, in denen der Fachkräftemangel durch den technologischen Wandel besonders spürbar ist.

Mobilität und Energie im Wandel

Eine wesentliche Neuerung betrifft die Automobilbranche. Die bisher getrennten Lehrberufe Kraftfahrzeugtechnik und Karosseriebautechnik werden fusioniert. Das neue Berufsbild deckt ein breites Spektrum von Pkw- und Nutzfahrzeugtechnik bis hin zu Motorradtechnik ab. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Elektromobilität und der Integration hochmoderner Fahrerassistenzsysteme.

Auch im Bereich der Gebäudetechnik gibt es massive Änderungen. Der Lehrberuf Installations- und Energietechnik, in dem aktuell rund 4.200 Jugendliche ausgebildet werden, erfährt eine inhaltliche Neuausrichtung. Neue Module für Klima- und Automatisierungstechnik sollen sicherstellen, dass die Fachkräfte von morgen die Energiewende aktiv mitgestalten können.

Dienstleistung und Spezialhandwerk

Im kaufmännischen Sektor wird der Industriekaufmann nach einer erfolgreichen Testphase in das reguläre Ausbildungssystem übernommen. Parallel dazu wird die Ausbildung im Bahnreise- und Mobilitätsservice verlängert, um digitalen Buchungssystemen und modernen Mobilitätskonzepten gerecht zu werden. Auch handwerkliche Nischen wie die Glasbautechnik werden ökologisiert. Hier rücken Nachhaltigkeit und Klimaschutz in das Zentrum der Ausbildung, während die Bereiche Glasformung und Glasveredelung effizienter gebündelt werden. Sogar in der Tierpflege und Präparation werden die Standards an aktuelle wissenschaftliche Anforderungen angepasst.

Industriestrategie als Fundament

Diese Reformen sind eingebettet in die Industriestrategie 2035. Ziel ist es, Technologie, Produktion und Ausbildung als Einheit zu betrachten. Laut Hattmannsdorfer wird die industrielle Zukunft in den Bereichen Energie und Mobilität entschieden. Daher plant das Ministerium bereits den nächsten Schritt: Ab dem Jahr 2027 soll die Hochvolttechnik als neuer Abschluss im Rahmen der höheren beruflichen Bildung etabliert werden, um die Qualifikationsleiter nach oben hin abzurunden.

Die umfassende Modernisierung der Lehrberufe ist eine Antwort auf den rasanten technologischen Wandel. Durch die Zusammenlegung von Berufsbildern und die Integration grüner Technologien wird die Lehre für junge Menschen attraktiver und für Betriebe wettbewerbsfähiger. Österreich positioniert sich damit als Vorreiter in der praxisnahen Fachkräfteausbildung.

Quelle „heute.at“

Zukunft durch Ausbildung sichern.

Von admin

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