Der Empfang der Rückkehrer aus der Nahost-Krisenregion am Flughafen Wien-Schwechat sorgt für heftige politische Turbulenzen.
Eine parlamentarische Anfrage der FPÖ brachte nun brisante Details ans Licht. Im Zentrum der Kritik steht Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS), deren Auftritt am Rollfeld nun mit konkreten Zahlen hinterlegt ist.
Kostspielige Rettung aus der Luft
Die dramatische Zuspitzung der Lage im Nahen Osten Anfang März 2026 zwang das Außenministerium zum Handeln. Da der reguläre Flugverkehr zum Erliegen kam und über 17.000 Österreicher in der Region festsaßen, wurde eine Sondermaschine gechartert. Nachdem die AUA aus Sicherheitsgründen kurzfristig absagte, erhielt das Unternehmen Sky Vision den Zuschlag. Die Kosten für diesen einen Flug beliefen sich auf rund 161.000 Euro. Während die 151 Passagiere die Heimreise unentgeltlich antraten, hofft das Ministerium nun auf eine Teilrückerstattung durch die EU.
Inszenierung am Rollfeld
Für besonderes Aufsehen sorgte die persönliche Begrüßung der Ankömmlinge durch die Ministerin. In einer rot-weiß-roten Weste zeigte sich Meinl-Reisinger beim Händeschütteln und Umarmen der Rückkehrer, stets begleitet von einem Fotografen und ihrem Stab. FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz findet dafür scharfe Worte und spricht von einer bestens inszenierten Airshow. Er kritisiert, dass hier Steuergeld für die Selbstdarstellung einer Ministerin genutzt wurde, während eine umfassende Rückholung aller Betroffenen anders aussehen müsse.
Die Rechtfertigung der Ministerin
Beate Meinl-Reisinger weist die Vorwürfe einer reinen PR-Maßnahme zurück. Ihr Ziel sei es gewesen, persönlich mit den Betroffenen zu sprechen, um wertvolle Erkenntnisse für weitere Evakuierungsschritte zu gewinnen. Auch die vieldiskutierte rot-weiß-rote Krisenjacke verteidigt sie. Dabei handle es sich keineswegs um eine Sonderanfertigung für diesen Tag, sondern um Standardausrüstung des Ministeriums, die bereits seit zwei Jahrzehnten im Einsatz ist, um in Krisensituationen als österreichische Ansprechpartner sofort erkennbar zu sein.
Sicherheit und Personalaufwand
Der Termin am Rollfeld war kein kleiner Ausflug. Neben der Ministerin waren ihr Kabinettsleiter, zwei Referentinnen sowie ein Fotograf vor Ort. Für die Sicherheit sorgten Beamte des Staatsschutzes (DSN) und die Airport Security. Das Außenministerium stellt klar, dass die genannten 161.000 Euro ausschließlich für den Charterflug und nicht für die Begrüßungszeremonie aufgewendet wurden. Dennoch bleibt der politische Beigeschmack einer teuren Kulisse für die pinke Ressortchefin bestehen.
Die Rückholung von Staatsbürgern aus Krisengebieten ist eine Kernaufgabe des Staates, doch die Art der medialen Aufbereitung sorgt in Zeiten knapper Budgets für berechtigte Fragen. Ob die „Airshow“ am Rollfeld tatsächlich dem Erkenntnisgewinn diente oder primär dem Image der Ministerin, bleibt eine Frage der politischen Perspektive. Klar ist: Die Rechnung für diesen Nachmittag trägt vorerst der Steuerzahler.
Quelle „heute.at“
Österreich im Blick, die Fakten auf den Punkt.
