Wer regelmäßig im Internet einkauft, muss sich in Österreich in den kommenden Monaten auf spürbare Mehrkosten gefasst machen.
Nach Einschätzung von Walter Oblin, dem Vorstandsvorsitzenden der Österreichischen Post, stehen dem Onlinehandel deutliche Preiserhöhungen bevor. Neue finanziellen Belastungen auf nationaler sowie europäischer Ebene dürften die Dynamik des bisherigen Paket-Booms vorerst bremsen.
Spürbare Mehrkosten für Verbraucher
Die Logistikbranche steht vor einer kumulierten Dreifachbelastung. Wie Post-Chef Walter Oblin in einem Gespräch mit der Tageszeitung Krone erläuterte, summieren sich drei neu eingeführte bzw. anstehende Gebühren auf insgesamt 7,40 Euro pro Zustellung. Bereits seit dem 1. Juli wird eine EU-Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 3 Euro erhoben. Ab dem 1. Oktober greift zusätzlich die österreichische Paketsteuer mit bis zu 2,40 Euro, gefolgt von einer EU-Bearbeitungsgebühr von 2 Euro ab dem 1. November. Trotz dieser Preisanstiege zeigt sich Oblin zuversichtlich hinsichtlich der Resilienz der Branche. Der bequeme Onlinehandel werde zwar kurzfristig gedämpft, langfristig jedoch nicht gestoppt.
Dämpfung für chinesische Versandplattformen
Hauptziel der neuen regulatorischen Maßnahmen ist die Reglementierung von Billigimporten aus Drittstaaten, insbesondere aus China. Erste Auswertungen der Österreichischen Post belegen bereits einen deutlichen Effekt: In den ersten beiden Juliwochen ging das Volumen an Sendungen chinesischer Discount-Plattformen um rund 50 Prozent zurück.
Betriebliche Herausforderungen und Zustellzeiten
Neben den preislichen Entwicklungen äußerte sich Walter Oblin auch zur betrieblichen Auslastung. Bei einer Belegschaft von rund 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie einem jährlichen Aufkommen von 465 Millionen Briefen und 232 Millionen Paketen seien personelle Engpässe während der Urlaubszeit oder bei Krankenständen nicht gänzlich auszuschließen. Einzelne Verzögerungen ließen sich im täglichen Betrieb kaum vermeiden.
Hinsichtlich der Servicequalität verwies die Unternehmensführung auf klare Standards. Für Standardbriefe gilt eine Zustellfrist von zwei bis drei Werktagen, während Premium-Briefe bereits am folgenden Werktag beim Empfänger eintreffen. Im Paketsegment strebt die Post weiterhin an, am Vorabend bestellte Ware größtenteils bereits am nächsten Tag zuzustellen.
Die kumulierten Abgaben führen zu einer spürbaren Verteuerung von Online-Bestellungen in Österreich. Während der Import aus Fernost spürbar nachlässt, bleibt die Nachfrage im heimischen E-Commerce stabil, fordert den Logistikbetrieb jedoch weiterhin operativ heraus.
Quelle „heute.at“
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