Bundeskanzler und ÖVP-Chef Christian Stocker hat im ORF-Sommergespräch bei Moderatorin Simone Stribl ein neues finanzpolitisches Konzept vorgestellt.
Mit einem sogenannten Zukunftsdepot möchte die Bundesregierung den langfristigen Vermögensaufbau für den Nachwuchs zielgerichtet fördern.
Politischer Kontext
Das Interview folgte auf eine von politischen Debatten geprägte Phase. Vor dem Auftritt des Bundeskanzlers stellten sich bereits Umweltministerin Leonore Gewessler von den Grünen, Außenministerin Beate Meinl-Reisinger von den Neos sowie Vizekanzler Andreas Babler von der SPÖ den Fragen im ORF. Die regierende Dreierkoalition verzeichnet derzeit moderate Umfragewerte und kommt im aktuellen APA-Wahltrend gemeinsam auf 43,5 Prozent, wobei die ÖVP bei 19,7 Prozent liegt. Zuletzt standen unter anderem Verhandlungen über Dürrehilfen für die Landwirtschaft, Strukturreformen im Gesundheitswesen, Maßnahmen bezüglich des politischen Islam sowie Pläne für einen Zukunftsfonds zur Pensionssicherung auf der Agenda.
Das Modell des Zukunftsdepots
Das neu präsentierte Modell sieht vor, dass Erziehungsberechtigte bei teilnehmenden Kreditinstituten ein eigenes Depot für jedes Kind unter 18 Jahren anlegen können. Der vorgesehene Höchstbetrag für jährliche Einzahlungen liegt bei 5.000 Euro. Kern des Einnahmenmodells ist die steuerliche Behandlung: Bis zum Erreichen der Volljährigkeit entfällt die Kapitalertragsteuer vollständig. Nach dem 18. Geburtstag soll das angesparte Guthaben steuerfrei entnommen werden können.
Prognostizierte Wertentwicklung
Die Ausgestaltung des Modells wird anhand von drei Rechenbeispielen veranschaulicht:
Bei einer monatlichen Einzahlung von 50 Euro – was einer jährlichen Summe von 600 Euro entspricht – ergibt sich bis zum 18. Geburtstag inklusive Erträgen ein Gesamtwert von etwa 21.000 Euro. Die errechnete Steuerersparnis beläuft sich hierbei auf circa 2.800 Euro.
Bei einem monatlichen Betrag von 150 Euro wächst das Depot auf rund 63.000 Euro an, wobei die Steuerersparnis bei rund 8.500 Euro liegt.
Wird der maximale Rahmen von 5.000 Euro pro Jahr voll ausgeschöpft, beläuft sich das Endkapital nach 18 Jahren auf schätzungsweise 175.000 Euro. Die steuerliche Entlastung erreicht in diesem Fall etwa 23.700 Euro.
Zielsetzung der Initiative
Ziel der Maßnahme ist es laut Regierungsspitze, den privaten Eigentumserwerb und die Eigenvorsorge in Österreich nachhaltig zu stärken. Durch den Anreiz, Ersparnisse nicht rein auf klassischen Sparkonten zu belassen, sondern ertragsorientiert anzulegen, soll Kapital über längere Zeiträume hinweg effizienter aufgebaut werden.
Mit dem Zukunftsdepot setzt die Bundesregierung auf ein Instrument zur Förderung des privaten Vermögensaufbaus ab dem Kindesalter. Durch den Entfall der Kapitalertragsteuer bis zur Volljährigkeit entsteht ein spürbarer finanzieller Vorteil, der Anleger zu einer langfristigen Vorsorge motivieren soll.
Quelle „heute.at“
AustriaAktuell.at – Nachrichten präzise auf den Punkt gebracht.