Finanzminister Markus Marterbauer hat mit einer Aussage über FPÖ-Chef Herbert Kickl eine politische Debatte ausgelöst.
In einem Studiotalk mit „Heute“ erklärte der SPÖ-Politiker, Kickl habe noch keine Wahl gewonnen. Der Satz sorgt seither in sozialen Medien für zahlreiche Reaktionen.
Marterbauer begründete seine Einschätzung mit dem Ergebnis der Nationalratswahl im September 2024. Die FPÖ war damals mit Kickl an der Spitze auf Platz eins gekommen und hatte 29 Prozent der Stimmen erreicht.
Streit um die Bedeutung des Wahlergebnisses
Auf den Wahlsieg der Freiheitlichen angesprochen, argumentierte Marterbauer, dass man zum Gewinnen einer Wahl 50 Prozent benötige. Außerdem habe Kickl keine Koalitionspartner gefunden.
Der Finanzminister äußerte auch Zweifel daran, dass Kickl jemals Bundeskanzler werden werde. Als Begründung führte er an, dass Österreich keine extremistischen Kräfte brauche.
Marterbauer warf der FPÖ zudem vor, von extremistischen Kräften unterwandert zu sein. Bei Sachfragen habe die Partei seiner Ansicht nach keine Lösungen anzubieten. Mit Kickl wolle außerdem niemand zusammenarbeiten, weil er dazu nicht in der Lage sei.
Kritik und Spott in sozialen Medien
Die Aussagen lösten auf Instagram und TikTok zahlreiche Reaktionen aus. Einige Nutzer kritisierten Marterbauer und stellten seine Argumentation infrage. Ein Instagram-Kommentator warf dem Finanzminister vor, sich mit Prozentrechnung nicht auszukennen.
Der FPÖ-Politiker Michael Niegl bezeichnete Marterbauer als „den nächsten linken Träumer“ und erklärte, die SPÖ habe es endgültig hinter sich. Ein weiterer Nutzer meinte hingegen, ähnliche Aussagen der Regierungsparteien könnten Kickl am Ende sogar zusätzliche Unterstützung bringen.
Auch auf TikTok wurde der Ausschnitt vielfach aufgerufen. Unter den Kommentaren fanden sich sowohl zustimmende als auch kritische Stimmen. Ein Nutzer erklärte, er sei zwar kein Kickl-Fan, halte die Aussage aber für bemerkenswert.
Die Debatte dreht sich damit nicht nur um das Wahlergebnis von 2024, sondern auch um die Frage, wie politische Erfolge und Mehrheiten bewertet werden. Marterbauers Aussagen haben jedenfalls eine neue Diskussion über das Verhältnis zwischen SPÖ und FPÖ ausgelöst.
Quelle „heute.at“
AustriaAktuell.at – Politische Worte, die weit über das Studio hinauswirken.
