Die Wiener Arbeitsmarktzahlen zum Jahreswechsel 2025/2026 zeigen ein gemischtes, aber dennoch hoffnungsvolles Bild.

Während die Gesamtzahl der Arbeitslosen leicht gestiegen ist, deutet die Dynamik bei den Jugendlichen und den offenen Stellen auf eine Trendwende hin. Doch für viele Bezieher von Arbeitslosengeld drängt die Zeit: Eine wichtige Gesetzesänderung zwingt zum Handeln.

Vorsichtiger Optimismus am Wiener Markt

Die aktuellen Daten des AMS Wien für Dezember 2025 belegen einen Zuwachs der vorgemerkten Arbeitslosen um 3,9 Prozent auf insgesamt 140.436 Personen. Gleichzeitig sank die Zahl der Menschen in Schulungsmaßnahmen deutlich um 8,9 Prozent auf 31.967. In der kombinierten Betrachtung beider Gruppen ergibt sich lediglich ein moderates Plus von 1,2 Prozent. Laut Katharina Luger, der stellvertretenden Landesgeschäftsführerin des AMS Wien, ist dies der positivste Wert seit dem Frühjahr 2023. Vor einem Jahr lag die Steigerungsrate noch bei über sieben Prozent.

Trendwende bei der Wiener Jugend

Besonders die Entwicklung bei den unter 25-Jährigen gilt als Indikator für die wirtschaftliche Gesundheit der Stadt. Hier verzeichnete das AMS einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 1,6 Prozent. Luger betont, dass junge Menschen in Krisenzeiten oft zuerst betroffen sind, aber ebenso als erste von einer Erholung profitieren. Ein weiteres starkes Signal senden die Betriebe: Die Wiener Unternehmen meldeten im Dezember 12,2 Prozent mehr offene Stellen als im Vorjahresmonat, was die Stabilität des Standorts unterstreicht.

Branchen im direkten Vergleich

Die wirtschaftliche Lage verteilt sich höchst unterschiedlich auf die einzelnen Sektoren. Während der Einzelhandel mit einem Plus von 6,2 Prozent und die Gastronomie sowie Hotellerie mit 5,7 Prozent mehr Arbeitslosen zu kämpfen haben, zeigt sich der Bausektor überraschend stabil. Dort sank die Zahl der Arbeitslosen sogar leicht um 0,4 Prozent. In der Warenproduktion hingegen stieg die Arbeitslosigkeit um 3,2 Prozent an.

Strenge Regeln beim Zuverdienst

Eine zentrale Warnung richtet das AMS Wien an alle Personen, die geringfügig zu ihrer Unterstützung dazuverdienen. Mit dem Jahreswechsel wurde diese Möglichkeit weitestgehend abgeschafft. Katharina Luger stellt klar, dass Betroffene, die nicht unter spezielle Ausnahmeregelungen fallen, ihr geringfügiges Dienstverhältnis bis Ende Jänner beenden müssen. Wer diese Frist versäumt, riskiert den kompletten Verlust der Geldleistungen des AMS wie Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe.

Aus für klassische Bildungskarenz

Auch bei der Qualifizierung gibt es Neuerungen. Die bekannte Bildungskarenz wurde durch das neue Weiterbildungsgeld abgelöst. Dieses ist nun enger an arbeitsmarktpolitische Ziele gekoppelt und erfordert eine intensivere Abstimmung mit dem AMS. Eine Beantragung dieses neuen Modells wird voraussichtlich ab Juni 2026 möglich sein. Ziel ist es, Umschulungen gezielter dort einzusetzen, wo der Fachkräftemangel am größten ist.

Der Wiener Arbeitsmarkt startet mit einer spürbaren Entspannung bei der Jugend und einer hohen Nachfrage nach Arbeitskräften in das Jahr 2026. Dennoch verschärfen sich die Regeln für Bezieher von Sozialleistungen massiv. Besonders die kurze Frist für das Ende geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse bis Ende Jänner erfordert von vielen Wienern sofortiges Handeln, um finanzielle Nachteile zu vermeiden.

Quelle „heute.at“

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Von admin

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