u_y7o51deaj6 / Pixabay
Der österreichische Bauernbund schlägt Alarm. In einer aktuellen Aussendung warnt die ÖVP-Teilorganisation eindringlich vor einer existenziellen Krise in der Landwirtschaft. Der Grund sind rapide sinkende Erzeugerpreise bei Grundnahrungsmitteln, die viele Betriebe an den Rand des Ruins treiben.
Drastischer Preisverfall im Handel

Besonders kritisch ist die Lage laut Bauernbund bei Milchprodukten, Schweinefleisch, Getreide, Zucker und Erdäpfeln. In den vergangenen Monaten verzeichnete der Lebensmittelhandel bei diesen Produkten teils drastische Preisrückgänge, die direkt an die Produzenten weitergegeben werden. Die Erzeugerpreise seien mittlerweile auf einem Niveau angelangt, das die Deckung der Produktionskosten unmöglich mache.

Strasser kritisiert Schleuderangebote

Bauernbund-Präsident und Nationalratsabgeordneter Georg Strasser findet deutliche Worte für die aktuelle Marktsituation. Er verweist auf konkrete Beispiele aus dem Handel, die das Ausmaß verdeutlichen. Ein Viertelkilo Butter für 96 Cent beim Diskonter oder Schweinskarree für 4,39 Euro pro Kilo im Großhandel seien Preise, zu denen heimische Betriebe schlichtweg nicht produzieren können. Auch Semmeln für 25 Cent spiegeln laut Strasser nicht den Wert der bäuerlichen Arbeit wider.

Existenzangst auf den Familienbetrieben

Auch Bauernbund-Direktorin Corinna Weisl zeigt sich tief besorgt über die langfristigen Folgen dieser Entwicklung. Es gehe nicht mehr nur um geringere Gewinne, sondern um die schiere Existenzgrundlage der Bauernfamilien. Wenn Landwirte mit ihrer harten Arbeit kein adäquates Einkommen mehr erzielen können, werde die gewohnte Form der kleinstrukturierten österreichischen Landwirtschaft dauerhaft verschwinden.

Forderung nach einem Österreich-Bonus

Um den Abwärtstrend zu stoppen, fordert der Bauernbund nun politische Konsequenzen und ein Umdenken im Handel. Kernpunkt der Forderungen ist ein sogenannter Österreich-Bonus auf heimische Lebensmittel. Dieser soll garantieren, dass ein fairer Anteil des Verkaufspreises direkt bei den Bäuerinnen und Bauern ankommt. Ziel ist es, die hohen Qualitätsstandards und die heimische Versorgungssicherheit zu schützen, die nicht zum Nulltarif zu haben sind.

Preiskampf auf dem Rücken der Bauern

Georg Strasser betont, dass der aktuelle Preiskampf im Handel auf dem Rücken der Produzenten ausgetragen wird. Während die Ersparnis für die Konsumenten an der Supermarktkasse oft nur wenige Cent beträgt, entscheidet dieser Betrag auf den Höfen über das wirtschaftliche Überleben. Wer eine verlässliche Eigenversorgung mit regionalen Lebensmitteln will, darf laut Bauernbund die heimischen Höfe nicht durch eine aggressive Preispolitik aushungern.

Die Lage der österreichischen Landwirtschaft spitzt sich durch den enormen Preisdruck massiv zu. Der Appell des Bauernbundes an die Politik und den Handel ist unmissverständlich: Ohne faire Preise und einen schützenden Österreich-Bonus droht das Sterben der bäuerlichen Familienbetriebe. Es ist eine Entscheidung über die Zukunft unserer regionalen Teller.

Quelle“heute.at“

Bäuerliche Qualität braucht faire Preise.

Von admin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert