Nach einem verheerenden Kabelbrand im Bereich des Wiener Pratersterns stehen die ÖBB vor einer enormen technischen Herausforderung. Was zunächst wie eine überschaubare Störung wirkte, entpuppt sich nun als langwierige Belastungsprobe für Zehntausende Pendlerinnen und Pendler im Wiener Nahverkehr.

Ausmaß der Schäden am Praterstern

Die Folgen des Brandes in der Nacht auf Donnerstag sind weitreichend. Wie die ÖBB offiziell bekannt gaben, müssen rund 20 Kilometer Kabel komplett ausgetauscht werden. Die Schäden betreffen kritische Infrastrukturen, darunter die Stromversorgung des Stellwerks, die Telematik sowie die Oberleitungen. Da die Reparaturarbeiten extrem aufwendig sind, werden sie voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen und nahtlos in die ohnehin für den 7. September geplante Hauptsperre der S-Bahn-Stammstrecke übergehen.

Notfahrplan und Ausweichrouten

Um den Kollaps des Schienenverkehrs zu verhindern, gilt ab Freitag, dem 14. August, ein Notfahrplan. Die ÖBB greifen hierbei auf ein Konzept zurück, das ursprünglich für die geplante September-Baustelle ausgearbeitet wurde.

Der Zugverkehr zwischen Wien Praterstern und Wien Hauptbahnhof ist vollständig unterbrochen. Nahverkehrszüge aus dem Süden enden und starten vorzeitig am Wiener Hauptbahnhof oder bereits in Wien Meidling. Für Verbindungen aus und in den Norden bleibt der bestehende Baustellenfahrplan inklusive Schienenersatzverkehr aufrecht. Ein zusätzlich eingerichteter Direkt-Shuttlebus pendelt zwischen Wien Meidling und der U-Bahn-Station Längenfeldgasse, wo Fahrgäste auf die Linien U4 und U6 umsteigen können.

Einschränkungen zum Flughafen Wien

Auch die Anbindung an den Flughafen Wien ist massiv betroffen. Die Flughafenschnellbahn S7 verkehrt nicht auf der gesamten Strecke. Zwischen Wien Mitte und Wien Geiselbergstraße richteten die Verantwortlichen einen Schienenersatzverkehr ein; ab der Geiselbergstraße fährt die S7 regulär weiter Richtung Flughafen und Fischamend.

Der City Airport Train (CAT) musste seinen Betrieb komplett einstellen. Für Inhaber eines gültigen CAT-Tickets wird ein direkter Ersatzbus zwischen Wien Mitte und dem Flughafen angeboten. Alternativ bleibt der Flughafen über Fernverkehrszüge ab Wien Hauptbahnhof sowie mit dem Vienna Airport Bus erreichbar.

Erleichterung für Pendler

Zur Entlastung der Fahrgäste gibt es eine kulante Regelung: ÖBB-Tickets werden auf den betroffenen Abschnitten weiterhin von den Wiener Linien anerkannt. Die ÖBB bitten alle Reisenden, deutlich mehr Zeit einzuplanen und sich vor Antritt der Fahrt über die aktuellen Verbindungen zu informieren.

Der Kabelbrand am Praterstern legt den Schienenverkehr auf der Wiener Stammstrecke weitgehend lahm und fordert von Pendlern geduldige Nerven. Dank des rasch umgesetzten Notfahrplans, Ersatzbussen und der Kooperation mit den Wiener Linien stehen jedoch tragfähige Ausweichmöglichkeiten bereit.

Quelle „heute.at“

AustriaAktuell.at – Immer am Puls der Nation.

Von admin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert