Ein Flug von Thessaloniki nach Memmingen verwandelte sich für die Passagiere an Bord einer Boeing 737-800 mendianisch schnell in ein dramatisches Szenario.
Kurz nach dem Start zersprang plötzlich ein Fenster der Maschine. Die Folge war ein enormer Druckverlust, der den 61-jährigen Passagier Ljubisa Karovic teilweise aus dem Flugzeug zog. Kopfüber hing der Serbe bei einer Geschwindigkeit von rund 600 km/h und in einer Höhe von etwa 4500 Metern in der eisigen Luft. Dass dieses Ereignis nicht tödlich endete, ist dem schnellen Eingreifen seiner Ehefrau, couragierter Mitreisender sowie seinem angelegten Sicherheitsgurt zu verdanken.
Dramatische Minuten in der Luft
Nach dem plötzlichen Unterdruck reagierte die Besatzung umgehend. Die Sauerstoffmasken wurden freigegeben, und die Passagiere mussten diese sofort aufsetzen. Ein an Bord befindlicher Arzt übernahm die Erstversorgung von Ljubisa Karovic, der Verletzungen an Hals und Schulter sowie Schürfwunden davontrug. Rund eine Stunde nach dem Start gelang den Piloten eine sichere Notlandung auf dem Flughafen in Thessaloniki.
Trümmerteile als Auslöser
Neuesten Ermittlungsergebnissen zufolge war ein technischer Kettenreaktionseffekt für den Vorfall verantwortlich. Ein Flügelblatt des rechten Triebwerks brach ab, woraufhin umherfliegende Splitter das Fenster zertrümmerten. Dies geht aus einem vorläufigen Bericht der US-Verkehrsbehörde NTSB hervor, welche die Untersuchung von den griechischen Behörden übernommen hat.
Hinweise auf Vogelschlag
Wie der Sender Sky News unter Berufung auf die Untersuchungen berichtet, sicherten die US-Ermittler Überreste eines Vogels im Triebwerk der 18 Jahre alten Boeing. Dies deutet darauf hin, dass das Flugzeug während der Startphase mit Vögeln kollidierte. Ob der Vogelschlag direkt zum Abbrechen des Flügelblatts führte, ist Gegenstand weiterer Untersuchungen. Sollte ein externer Fremdkörper als Ursache bestätigt werden, würde dies die Haftung von Boeing und Ryanair verringern, da weder das Alter noch der Wartungszustand der Maschine ausschlaggebend gewesen wären. Ryanair-Chef Michael O’Leary betonte in diesem Zusammenhang, dass das Triebwerk in den vergangenen zwei Jahren vollständig gewartet und überholt worden sei. Über die Hintergründe berichtete unter anderem der Journalist Matthias Fuchs.
Der Vorfall verdeutlicht eindringlich, wie essenziell das Einhalten grundlegender Sicherheitsregeln während eines Fluges ist. Der fest angelegte Sicherheitsgurt und das besonnene Handeln der Passagiere sowie der Crew haben Ljubisa Karovic das Leben gerettet. Während die detaillierten Ermittlungen der NTSB zur genauen Ursache des Triebwerkschadens andauern, rückt das Thema Vogelschlag und dessen Gefahren für den zivilen Luftverkehr einmal mehr in den Fokus.
Quelle „krone.at“
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