Die e-Card feiert ihr 20-jähriges Jubiläum und steht vor einem massiven technologischen Sprung. Was 2005 als Ersatz für den Krankenschein aus Papier begann, entwickelt sich bis 2030 zur umfassenden digitalen Gesundheitszentrale Österreichs.
Der Dachverband der Sozialversicherungsträger (DVSV) und die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) haben nun einen verbindlichen Fahrplan festgeschrieben, der den Praxisalltag und die Patientenversorgung grundlegend modernisieren soll.
Smartphone statt Plastikkarte
Der erste große Meilenstein steht bereits kurz bevor. Noch im ersten Quartal 2026 wird die digitale e-Card für das Smartphone eingeführt. Damit wird der physische Ausweis in der Geldbörse erstmals optional. Diese Neuerung bildet die Basis für eine Reihe weiterer digitaler Dienste, die in den kommenden Jahren schrittweise ausgerollt werden.
Ende der Zettelwirtschaft durch e-Zuweisung
Ab Oktober 2027 wird die sogenannte e-Zuweisung für alle Vertrags- und Wahlärzte, die das System nutzen, verpflichtend. Ziel ist es, Papierformulare für bildgebende Diagnostik wie CT, MRT oder Röntgen komplett zu ersetzen. Patienten erhalten in Zukunft einen Antragscode per SMS oder E-Mail. Die Zuweisung kann dann bequem über die „MeineSV“-App oder direkt im jeweiligen Institut abgerufen werden.
Rezepte und Verordnungen werden digital
Ein weiterer Fokus liegt auf der e-Verordnung, die 2027 startet. Sie löst klassische Formulare für Heilbehelfe, Hilfsmittel und sogar Transportscheine ab. Parallel dazu wird der Prozess für Kur- und Reha-Anträge digitalisiert. Durch verpflichtende Eingabefelder sollen Fehlzuweisungen minimiert und die Qualität der Anträge gesteigert werden, was den Genehmigungsprozess für die Versicherten beschleunigen dürfte.
Terminservice und ELGA-Integration
Um die Suche nach freien Arztterminen zu erleichtern, ist eine neue digitale Plattform geplant. Unter Federführung der ÖGK sollen Patienten dort verfügbare Termine bei niedergelassenen Ärzten finden und direkt buchen können. Zudem werden ab 2027 die Daten von Vorsorgeuntersuchungen automatisch als Befund in der elektronischen Gesundheitsakte ELGA gespeichert, was eine lückenlose Dokumentation der Gesundheitsvorsorge ermöglicht.
Fokus auf Entlastung und Qualität
Gesundheitsministerin Korinna Schumann betont, dass Digitalisierung kein Selbstzweck sein dürfe, sondern ein zentraler Hebel für Entlastung und Qualität sei. Peter McDonald, Vorsitzender des Dachverbandes, sieht in der e-Card den entscheidenden Schlüssel zu allen Gesundheitsleistungen. Auch Edgar Wutscher von der Ärztekammer begrüßt die Pläne, sofern sie den Arbeitsalltag in den Ordinationen unterstützen und mehr Zeit für die eigentliche Patientenbetreuung schaffen.
Die Modernisierung der e-Card bis 2030 markiert das Ende der analogen Bürokratie im österreichischen Gesundheitswesen. Von der Zuweisung via SMS bis zum digitalen Reha-Antrag rückt der Patientenservice ins Zentrum. Der Erfolg wird jedoch maßgeblich davon abhängen, wie benutzerfreundlich die Schnittstellen für Ärzte und Versicherte in der Praxis tatsächlich umgesetzt werden.
Quelle „heute.at“
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