Österreichs Haushalte stehen vor der nächsten spürbaren Belastungswelle. Wie aktuelle Daten der Österreichischen Energieagentur zeigen, sind die Energiepreise im September auf einen neuen Höchststand geklettert.
Im Schnitt lagen die Kosten um 15,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Zum Vergleich: Die allgemeine Inflation betrug im selben Zeitraum 3,6 Prozent, womit sich Energie mehr als viermal so stark verteuerte wie andere Waren und Dienstleistungen.
Massive Preissprünge bei Heizöl und Treibstoffen
Besonders hart trifft die Entwicklung Haushalte mit Ölheizungen. Der Preis für Heizöl extra leicht bei Großabnahme verzeichnete ein Plus von 63,1 Prozent im Vergleich zum September des Vorjahres. Auch an den Tankstellen stiegen die Preise kräftig an: Diesel verteuerte sich im Jahresabstand um 42,3 Prozent, während Superbenzin um 25,5 Prozent zulegte. Allein im Monatsvergleich von August auf September erhöhten sich die Energiepreise insgesamt um 3,9 Prozent. In diesem kurzen Zeitraum stieg der Preis für Heizöl um 10,6 Prozent, Diesel wurde um 6,4 Prozent teurer und Superbenzin um 5,6 Prozent.
Ein Blick auf weitere Energieträger zeigt ein ähnliches Bild. Holzpellets verteuerten sich gegenüber dem September des Vorjahres um 34,5 Prozent, Erdgas um 11,8 Prozent, Fernwärme um 5,1 Prozent und Brennholz um 4 Prozent. Auch im Monatsvergleich legten Pellets (+4,1 Prozent), Fernwärme (+3,2 Prozent) und Gas (+2 Prozent) zu. Die einzige Ausnahme bildet der Stromsektor: Strom war im September um 9,3 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat, verzeichnete jedoch im Vergleich zu August wieder einen leichten Anstieg von 0,7 Prozent. Brennholz verbilligte sich gegenüber dem Vormonat geringfügig um 0,3 Prozent.
Ursachen für die Preisentwicklung
Nach Angaben der Energieagentur lassen sich die hohen Treibstoffpreise auf mehrere Faktoren zurückführen. Neben gestiegenen Preisen für Rohöl belasten begrenzte Raffineriekapazitäten, verringerte Dieselimporte sowie gestörte Transportwege das Angebot. Hinzu kommt der schwächere Euro, der Importe verteuert, da Erdöl und Treibstoffe international auf US-Dollar-Basis gehandelt werden. Demgegenüber hat die CO₂-Bepreisung laut Energieexperte Lukas Zwieb keinen Anteil am jüngsten Preisanstieg, da ihr Satz für 2026 im Vergleich zum Vorjahr unverändert blieb. Dämpfend wirkte zudem die vorübergehende Senkung der Mineralölsteuer.
Die Teuerung bei den wichtigsten Energieträgern treibt die Haushaltskosten in Österreich somit auf ein bisher unerreichtes Niveau.
Spürbare Teuerung belastet Heimwerker und Haushalte gleichermaßen.