Günther Sidl - Europaabgeordneter
Die Gesundheitsversorgung in der Europäischen Union steht vor einem entscheidenden Wendepunkt. Angesichts wiederkehrender Versorgungsengpässe bei kritischen Präparaten hat das EU-Parlament nun den Weg für finale Verhandlungen über eine neue Arzneimittel-Verordnung freigemacht.

Ziel der Initiative ist es, die Abhängigkeit von globalen Märkten drastisch zu reduzieren und die Versorgungssicherheit innerhalb der Mitgliedstaaten dauerhaft zu festigen.

SPÖ-Abgeordneter Günther Sidl fordert Kurswechsel

Für den niederösterreichischen SPÖ-EU-Abgeordneten Günther Sidl ist die aktuelle Abstimmung ein klares Signal gegen den Stillstand. Er kritisiert die prekäre Lage, in der Patienten oft vor leeren Apothekenregalen stehen. Dass es in einem hochentwickelten Wirtschaftsraum wie der EU an Kinderantibiotika oder lebensnotwendigen Krebsmedikamenten mangelt, bezeichnet Sidl als untragbaren Zustand. Er plädiert massiv für eine Rückkehr zur Produktion auf europäischem Boden.

Strategische Unabhängigkeit durch Made in Europe

Das Kernstück der neuen Verordnung umfasst den Aufbau stabiler und sicherer Lieferketten. Konkret sollen Investitionsanreize geschaffen werden, um die Herstellung wichtiger Wirkstoffe wieder verstärkt nach Europa zu holen. Günther Sidl betont, dass nur durch den Slogan „Made in Europe“ eine langfristige Garantie für die Gesundheit der Bürger gegeben werden kann. Dies erfordere nicht nur Mut zu Investitionen, sondern auch eine Abkehr von der reinen Profitmaximierung hin zu einem sozialen Vorsorgedenken.

Maßnahmen gegen den Notstand im Gesundheitswesen

Neben der Förderung lokaler Produktionsstätten setzt die EU-Initiative auf eine engere Vernetzung der Mitgliedstaaten. Geplant sind gemeinsame Ausschreibungen und eine verpflichtende Vorratshaltung für kritische Medikamente. Zudem sollen Genehmigungsverfahren in Krisenzeiten beschleunigt werden, um bürokratische Hürden abzubauen. Sidl, der sich im Gesundheitsunterausschuss (SANT) engagiert, sieht darin eine ganzheitliche Lösung, die weit über kurzfristige Reparaturmaßnahmen hinausgeht.

Qualität und Leistbarkeit als Grundrecht

Ein zentraler Aspekt der Verhandlungen ist die Sicherstellung, dass Medikamente nicht nur verfügbar, sondern auch für alle Bevölkerungsschichten leistbar bleiben. Die EU müsse hier ihre Rolle als Schutzmacht der Bürger wahrnehmen. Der Abgeordnete unterstreicht, dass der Zugang zu hochwertiger Medizin ein Grundrecht sei, das nicht den Schwankungen globaler Logistikketten ausgeliefert sein dürfe.

Die Zustimmung zur Arzneimittel-Verordnung ist ein notwendiger Schritt, um das europäische Gesundheitssystem krisenfest zu machen. Mit dem Fokus auf Eigenproduktion und Kooperation reagiert Brüssel auf die schmerzhaften Lehren der letzten Jahre. Für Günther Sidl bleibt die Mission klar: Die Gesundheit darf kein Spielball internationaler Abhängigkeiten sein.

Quelle „SPÖ-Parlamentsklub

Sicher versorgt durch ein starkes Europa.

Von admin

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