Italien-Urlauber müssen sich auf den Straßen südlich der Alpen auf genauere Kontrollen einstellen.
Die italienische Polizia Stradale hat eine großangelegte Sicherheitskampagne gestartet, bei der nicht mehr nur Dokumente im Fokus stehen, sondern der Zustand der Bereifung.
Fokus auf die Verkehrssicherheit
Die aktuelle Initiative ist keine Stichprobenaktion, sondern eine koordinierte Kampagne des Innenministeriums in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband Assogomma. Unter dem Namen „Vacanze Sicure“ – sichere Ferien – rückt die aktive Sicherheit in den Mittelpunkt. Die Beamten wurden speziell geschult, um Mängel an der Bereifung sofort zu identifizieren.
Beamte im Präzisionseinsatz
Beobachter berichten von einem akribischen Vorgehen der Einsatzkräfte. Die Polizisten gehen direkt am Fahrzeug in die Hocke, um mit genormten Profiltiefenmessern die Laufflächen zu prüfen. Neben der Tiefe des Profils wird besonderes Augenmerk auf die Seitenwände der Reifen gelegt. Risse, Beulen oder einseitige Abnutzungen führen unweigerlich zu Beanstandungen, da diese bei hohen Temperaturen auf den italienischen Autobahnen zum Reifenplatzer führen können.
Strenge Richtwerte für Urlauber
Obwohl gesetzliche Mindestmaße existieren, raten Experten und die italienischen Behörden zu deutlich höheren Werten für eine sichere Fahrt. Sommerreifen sollten demnach eine Profiltiefe von mindestens drei Millimetern aufweisen. Bei Winter- oder Ganzjahresreifen liegt die Empfehlung sogar bei vier Millimetern. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Alter: Reifen, die älter als acht Jahre sind, gelten aufgrund der Materialermüdung als Risiko. Das Alter lässt sich über die DOT-Nummer an der Reifenflanke ablesen.
Wartung als Sparfaktor
Neben der Profiltiefe kontrolliert die Polizei stichprobenartig auch den Reifendruck. Ein zu niedriger Druck verlängert nicht nur den Bremsweg, sondern treibt auch den Kraftstoffverbrauch in die Höhe und sorgt für einen schnelleren Verschleiß der Gummimischung. Die Behörden empfehlen, den Druck alle zwei Wochen sowie vor jeder längeren Autobahnetappe zu justieren.
Die 23. Auflage dieser Sicherheitskampagne verdeutlicht, dass Italien die Verkehrssicherheit massiv ernst nimmt. Wer Bußgelder oder einen Zwangsstopp vermeiden möchte, sollte das Fahrzeug vor der Abreise einem gründlichen Check unterziehen. Ein kurzer Blick auf die DOT-Nummer und die Profiltiefe spart im Ernstfall viel Zeit und Geld.
Quelle „heute.at“
Sicher rollen statt teuer zahlen.
