Der traditionelle FPÖ-Neujahrsempfang in der Messehalle Klagenfurt geriet am Samstag zum lautstarken Startschuss für das Superwahljahr.
Vor rund 5.000 begeisterten Anhängern griff Bundesparteiobmann Herbert Kickl die Bundesregierung scharf an und schwor seine Partei auf eine „neue Ära“ ein. Unter dem Motto „Kickl kommt heim“ zelebrierten die Freiheitlichen in Kärnten den Schulterschluss zwischen Basis und Führung.
Freiheitlicher Auftakt in Klagenfurt
Den Reigen der Reden eröffnete Gernot Darmann, Stadtparteiobmann von Klagenfurt und Sicherheitssprecher. Er stimmte die Menge auf einen „Freiheitskampf für Österreich“ ein. Unter tosendem Applaus begrüßte er die freiheitliche Prominenz aus den Bundesländern und dem EU-Parlament, bevor er das Wort an den Kärntner FPÖ-Chef Erwin Angerer übergab.
Ende der Kaiserzeit gefordert
Erwin Angerer sparte nicht mit lokaler und bundespolitischer Kritik. Er diagnostizierte einen „Dauerzustand der Narren“ in Wien und forderte eine radikale Wende. Besonders im Fokus stand die SPÖ unter Landeshauptmann Peter Kaiser. 108 Jahre nach der Monarchie müsse die „Kaiserzeit“ in Kärnten endlich enden, so Angerer. Er forderte einen strikten Asylstopp und sofortige Abschiebungen, um den Bedürfnissen der Österreicher wieder gerecht zu werden.
Erbe von Jörg Haider beschworen
Begleitet von der John Otti Band betrat schließlich Herbert Kickl die Bühne. Emotional erinnerte er an das 70-jährige Bestehen der Partei und den 40. Jahrestag der Übernahme durch Jörg Haider. Haider sei ein „Schutzpatron“ gewesen, dessen Erbe man nun antrete. Kickl betonte seine tiefen Kärntner Wurzeln und erklärte das aktuelle Jahr zum „freiheitlichen Jahr“, in dem man die „Verlierer-Ampel in die Luft sprengen“ werde.
Absage an fliegende Wechsel
Gerüchten über geheime Verhandlungen mit der ÖVP erteilte Kickl eine deutliche Absage. Ein fliegender Wechsel komme nicht infrage. Wer ihm ein solches „unmoralisches Angebot“ unterbreite, fliege hochkant hinaus. Er forderte stattdessen Neuwahlen, um die Macht direkt an das Volk zurückzugeben und Österreich wieder zu Wohlstand und Sicherheit zu führen.
Kritik an Außenpolitik und Friedenskurs
Ein zentrales Thema der 90-minütigen Rede war die Neutralität. Kickl warnte davor, Söhne und Töchter Österreichs in fremde Konflikte hineinziehen zu lassen. Er kritisierte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger scharf und bezeichnete ihr Agieren als „gemeingefährlich“. Österreich müsse sich auf Diplomatie und Mediation besinnen, statt als „Beitragstäter“ aufzutreten.
Frontalangriff auf Wien und Hofburg
Die Bundesregierung bezeichnete Kickl als „Wappler-Truppe“, die Milliarden an Zinsen verschleudere, während sie bei den eigenen Bürgern spare. Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen blieb nicht verschont. Dessen Forderung nach „EU-Patriotismus“ sei für Kickl ein Ding der Unmöglichkeit. Er forderte stattdessen einen reinen „Österreich-Patriotismus“ und weniger politische Kuhhandel unter dem Deckmantel des Kompromisses.
Bekenntnis zur Remigration
In der Asylpolitik fand der FPÖ-Chef deutliche Worte. Er bekannte sich offen zum Begriff der Remigration und forderte klare Verhältnisse. Ziel sei es, keinen „aufgewärmten Altkanzler“ zu installieren, sondern einen „Volkskanzler“, der die Seele des Volkes verstehe. Mit dem Slogan „Immer vorwärts FPÖ“ beendete Kickl seinen Auftritt unter lautstarken „Herbert“-Rufen.
Die FPÖ nutzt den Heimvorteil in Kärnten, um sich als einzige echte Alternative zur aktuellen Regierung zu positionieren. Mit einer Mischung aus Traditionspflege und scharfer Rhetorik gegen die Wiener Koalition sowie das Staatsoberhaupt zielt Herbert Kickl direkt auf das Kanzleramt. Der Neujahrsempfang war eine Machtdemonstration, die den harten Kurs für die kommenden Monate vorgibt.
Quelle „heute.at“
Blaues Herz für Österreich.
