Spektakulärer Millionen-Coup in Wien

Ein diskretes Geschäft mit glänzendem Ausgang sollte es werden, doch für zwei österreichische Brüder endete der 6. November in einem finanziellen Albtraum.

In der noblen Atmosphäre eines Hotels in der Wiener Innenstadt wechselten 15 Goldbarren den Besitzer. Während die Opfer in Wien das Edelmetall übergaben, fand zeitgleich in Mailand die vermeintliche Bezahlung statt. Doch die 300.000 Euro, welche die Täter den Verkäufern aushändigten, entpuppten sich bei genauerer Betrachtung als wertlose Blüten. Die international agierende Italo-Bande hatte einen klassischen Rip-Deal perfekt inszeniert.

Die Masche mit dem Luxus

Hinter dem Begriff Rip-Deal verbirgt sich eine perfide Betrugsmasche, die auf psychologische Manipulation setzt. Die Täter suchen gezielt nach Verkäufern von Luxusgütern wie Immobilien, Uhren oder eben Gold. Um Seriosität vorzugaukeln, werden die Opfer oft zu Treffen in europäische Metropolen eingeladen, mit Chauffeurservices vom Flughafen abgeholt und in teure Restaurants ausgeführt. Ziel ist es, eine Atmosphäre von Wohlstand und Vertrauen zu schaffen, bevor beim eigentlichen Tauschgeschäft das echte Gut gegen Falschgeld oder wertlose Papierbündel mit einer echten Decknote getauscht wird.

Schlag gegen die Italo-Bande

Die spezialisierte Ermittlungseinheit Rip-Deal Unit Vienna nahm unmittelbar nach der Anzeige die Fährte auf. In einer grenzüberschreitenden Kooperation mit Europol sowie Behörden in Italien und Spanien gelang den Beamten am 12. Jänner ein entscheidender Erfolg. Nahe Turin wurden zwei italienische Staatsbürger im Alter von 29 und 32 Jahren festgenommen. Ein dritter Komplize, ein 21-jähriger Italiener, ist namentlich bekannt, befindet sich jedoch derzeit noch auf der Flucht. Alle drei Verdächtigen sind für die Justiz keine Unbekannten und weisen Vorstrafen wegen Betrugs und Einbruchs in mehreren EU-Ländern auf.

Jagd nach dem unbekannten Vierten

Während drei Mitglieder der Bande identifiziert sind, steht die Polizei vor einem Rätsel bezüglich des vierten Mannes. Dieser agierte während des Gold-Coups wie ein Phantom. Es gibt keine Papiere, keinen Namen und keine Meldeadresse, lediglich Aufnahmen aus Überwachungskameras dokumentieren seine Präsenz. Die Staatsanwaltschaft Wien hat nun die Veröffentlichung der Lichtbilder angeordnet. Der Unbekannte gilt als zentrales Puzzlestück in dem internationalen Betrugsnetzwerk. Die Ermittler hoffen nun auf entscheidende Hinweise aus der Bevölkerung, um die Gruppe komplett zerschlagen zu können.

Zeugenaufruf der Landespolizeidirektion

Das Landeskriminalamt Wien bittet Personen, die Angaben zur Identität oder zum Aufenthaltsort des gesuchten Mannes machen können, sich zu melden. Hinweise werden auf Wunsch streng vertraulich behandelt. Informationen nimmt die Rip-Deal Unit Vienna in der Außenstelle Zentrum-Ost unter der Telefonnummer 01 31310 62510 entgegen. Auch anonyme Tipps können für die Ermittler wertvoll sein, um den Verbleib des Goldes und die Identität des Phantoms zu klären.

Der Fall zeigt eindrucksvoll, mit welcher Professionalität kriminelle Organisationen bei Rip-Deals vorgehen. Trotz der Festnahmen in Italien bleibt ein Teil der Beute und ein Haupttäter verschwunden. Für Verkäufer von Wertgegenständen ist dieser Vorfall eine drastische Warnung, bei Bar Geschäften außerhalb von gesicherten Bankräumen höchste Vorsicht walten zu lassen.

Quelle „heute.at“

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Von admin

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