Kroatien zählt seit Jahrzehnten zu den absoluten Favoriten der österreichischen Urlauber. Doch eine aktuelle Entscheidung aus Belgrad sorgt derzeit für Verunsicherung in der Tourismusbranche und bei Reisenden.
Das serbische Außenministerium hat Kroatien in seinem neuen Reise-Ampelsystem in die zweithöchste Warnstufe Orange eingestuft. Damit ist Kroatien das einzige Land in Europa, das von Serbien mit dieser restriktiven Bewertung versehen wurde.
Die Hintergründe der serbischen Bewertung
Die Behörden in Serbien begründen diesen Schritt mit einer Verschlechterung der Sicherheitslage. Offiziell ist von zunehmenden Zwischenfällen, Spannungen und ungünstigen Sicherheitsbedingungen die Rede. Das Ministerium rät seinen Bürgern dazu, Reisen nur bei unbedingter Notwendigkeit anzutreten und große Menschenansammlungen konsequent zu meiden. Insbesondere bei organisierten Gruppenreisen, wie etwa von Sportmannschaften, wird vor möglichen Provokationen gewarnt. Zudem wird zur Vorsicht bei der Kommunikation und zum besonderen Schutz des Eigentums gemahnt.
Reaktionen aus Zagreb und politische Einordnung
Die kroatische Regierung unter der Führung von Premierminister Andrej Plenković weist diese Darstellung entschieden zurück. Das Außenministerium in Zagreb betont, dass Kroatien als Mitglied der EU, der NATO und des Schengen-Raums laut offiziellen Statistiken zu den sichersten Staaten weltweit gehört. Tourismusminister Tonči Glavina bezeichnete die serbische Einstufung als unbegründet. Er sieht die Ursache eher in geopolitischen Spannungen zwischen den Nachbarstaaten als in einer realen Gefahr vor Ort. Glavina verwies zudem darauf, dass jährlich rund 20.000 serbische Arbeitskräfte im kroatischen Tourismussektor tätig sind und viele serbische Gäste die Adria schätzen.
Auswirkungen auf Reisende aus Österreich
Für Urlauber aus Wien, Linz oder Graz gibt es aktuell keinen Grund zur Beunruhigung. Das österreichische Außenministerium hat seine Einschätzung nicht geändert. Kroatien gilt aus Sicht Wiens weiterhin als sicheres Reiseland der Stufe 1. Die serbische Warnung richtet sich exklusiv an serbische Staatsbürger und hat keine völkerrechtliche oder sicherheitstechnische Relevanz für österreichische Touristen. Auch wenn Großbritannien aufgrund einer weltweit erhöhten Terrorgefahr allgemeinere Hinweise für viele europäische Länder ausgegeben hat, bleibt die Lage an der kroatischen Küste stabil.
Die Einstufung Kroatiens auf die serbische Warnliste ist primär vor dem Hintergrund der komplexen bilateralen Beziehungen zwischen Belgrad und Zagreb zu sehen. Während Serbien vor Spannungen warnt, zeigen internationale Sicherheitsindizes Kroatien weiterhin als friedliches und sicheres Urlaubsziel. Für die bevorstehende Sommersaison bedeutet dies für Österreicher: Die Koffer können ohne Bedenken gepackt werden, da die lokalen Sicherheitsbehörden keine erhöhte Gefährdungslage für EU-Bürger bestätigen.
Quelle“heute.at“
Österreich vertraut auf die Adria – Sicher in den Sommer.
