benyamin -bohloul /unsplash
Die Tage der kryptischen Etiketten auf den Honiggläsern in heimischen Supermärkten sind gezählt. Eine neue Verordnung der Europäischen Union bringt ab dem kommenden Monat radikale Transparenz in die Regale und sorgt für ein Aufatmen bei Konsumentenschützern und heimischen Imkern.

Ab dem 14. Juni 2026 treten EU-weit verschärfte Vorschriften für die Kennzeichnung von Honig in Kraft. Die Zeiten, in denen auf den Gläsern lediglich die vage Formulierung „Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ stand, gehören damit der Vergangenheit an. Künftig muss jedes Etikett exakt ausweisen, aus welchen Herkunftsländern der Honig stammt – und zwar lückenlos in absteigender Reihenfolge und unter genauer Angabe der jeweiligen Prozentanteile. Diese Reform ist Teil der umfassenden neuen EU-Frühstücksrichtlinien, die den Verbraucherschutz im Lebensmittelsektor massiv stärken sollen.

Breite Zustimmung für die Etiketten-Reform

Die Reaktionen auf die Gesetzesänderung fallen in der Branche und im Konsumentenschutz durchwegs positiv aus. Wie das Fachportal utopia.de berichtet, wird der Schritt von Verbraucherschützern auf breiter Basis begrüßt. Die Organisation Foodwatch fand deutliche Worte und bezeichnete die neue Regelung als „längst überfällig“, da die bisherige Praxis die tatsächliche Herkunft des Naturprodukts oft regelrecht verschleiert habe. Auch der Deutsche Imkerbund schloss sich dem Lob an und betonte, dass Konsumenten nun endlich die Möglichkeit erhalten, die Wege ihres Honigs lückenlos nachzuvollziehen.

Rückenwind für die heimische Imkerei

Die Neuerungen dürften vor allem der regionalen Landwirtschaft zugutekommen. Durch die transparente Kennzeichnung wird es für Verbraucher in Zukunft wesentlich einfacher, sich ganz bewusst für Honig aus der eigenen Region oder dem Inland zu entscheiden. Heimischer Honig gilt nicht nur als reines Qualitätsprodukt, sondern sichert durch die Arbeit der lokalen Imker und die Bestäubungsleistung der Bienen auch den Fortbestand zahlreicher Kultur- und Wildpflanzen vor Ort.

Gelassenheit bei den Großimporteuren

Weniger emotional wird die Umstellung hingegen von der Industrie bewertet. Der Honig-Verband der Importeure und Abfüller blickt der Frist im Juni gelassen entgegen und verweist darauf, dass die geänderten Etiketten keine Auswirkung auf das Produkt selbst haben. Schließlich produzierten immer Bienen den Honig – unabhängig von Landesgrenzen, hieß es vonseiten des Verbandes. An der gewohnten Qualität des Honigs ändere die neue Kennzeichnungspflicht jedenfalls nichts.

Die neue EU-Honigverordnung ist ein echter Meilenstein für den Verbraucherschutz. Ab Mitte Juni schiebt die Politik dem Versteckspiel auf den Etiketten einen Riegel vor. Konsumenten gewinnen dadurch die volle Kontrolle über ihren Einkauf zurück und können mit einem einfachen Blick aufs Glas entscheiden, ob sie globale Mischungen oder die regionale Imkerei unterstützen wollen.

Quelle „heute.at“

AustriaAktuell: Damit Sie wissen, was auf den Tisch kommt.

Von admin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert