Inflation zwingt Mehrheit zu Einschränkungen – Ruf nach mehr sozialer Sicherheit und Kampf gegen Kinderarmut wird laut.
Alltags-Sparen für 61 Prozent
Die rasant steigenden Preise treffen Österreichs Haushalte ins Mark. Laut einer aktuellen Foresight-Studie sehen sich alarmierende 61 Prozent der Befragten gezwungen, bei alltäglichen Ausgaben – sei es beim Einkauf oder der Mobilität – den Gürtel enger zu schnallen. Ein klarer Indikator dafür, wie dramatisch sich die finanzielle Lage vieler Österreicher verschlechtert hat.
Arme trifft es am härtesten
Wenig überraschend leiden Menschen mit geringem Einkommen besonders: Bei Haushalten mit bis zu 1.500 Euro Monatsgehalt spüren sogar 87 Prozent die Auswirkungen der Teuerung deutlich. Nur magere elf Prozent sind laut Studie von den Preissteigerungen unberührt. Das Bild hat sich massiv gewandelt: Fühlten sich 2022 immerhin noch 20 Prozent der Menschen finanziell gut aufgestellt, zeigt sich heute die Talfahrt umso deutlicher.
Kinderarmut als Herzensanliegen
Trotz des eigenen Spardrucks rückt ein gesellschaftliches Thema in den Fokus: der Kampf gegen Kinderarmut. Angesichts von 344.000 armuts- oder ausgrenzungsgefährdeten Kindern und Jugendlichen in Österreich ist die Forderung unüberhörbar. Neun von zehn Befragten (91 Prozent) halten es für sehr wichtig, dass die Regierung ihr Ziel, die Kinderarmut bis 2030 zu halbieren, erreicht.
Breiter Konsens: Sozialhilfe muss mehr
Auch die Sozialhilfe genießt breite Zustimmung: Ebenfalls 91 Prozent der Österreicher sind der Meinung, dass der Staat aktiv mit der Sozialhilfe gegen Armut und soziale Ausgrenzung vorgehen muss. Drei Viertel (74 Prozent) fordern zudem angesichts steigender Arbeitslosigkeit mehr Unterstützung für Arbeitslose, etwa durch Qualifizierungsmaßnahmen.
Millionen-Erben sollen zahlen
Wenn es um große Vermögen geht, herrscht Klarheit: Fast zwei Drittel (65 Prozent) sprechen sich dafür aus, Erbschaften ab einer Million Euro zu besteuern. Diese Maßnahme könnte dem Budget Schätzungen zufolge rund 1,5 Milliarden Euro bringen und würde lediglich 0,2 Prozent der Erben betreffen.
Der Staat ist gefordert
Die Ergebnisse der Umfrage sind ein eindeutiges Mandat: Die Bevölkerung wünscht sich mehr staatliche soziale Absicherung und entschlossene Maßnahmen gegen die Armut.
Die Volkshilfe fordert daher konkrete Schritte gegen die Teuerung, insbesondere bei Lebensmitteln, Wohnen und Energie. Hanna Lichtenberger, Leiterin der Forschung und Sozialpolitik bei der Volkshilfe, meint: „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Eine Preiskommission und Preistransparenzdatenbank für Lebensmittel, eine Deckelung bei Mieterhöhungen und die rasche Umsetzung des Sozialtarifs für Strom sind machbar.“
Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger unterstreicht abschließend die Notwendigkeit einer armutsfesten Sozialhilfe mit Mindestsätzen (statt wie bisher Höchstsätzen) und die zügige Implementierung der Kindergrundsicherung. „Es braucht eine sinnvolle Kombination aus Sach- und Geldleistungen. Nur so kann Kinderarmut endlich abgeschafft werden“, betont er.
Quelle „heute.at“
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