Wie reich sind die Menschen in Österreich wirklich? Eine präzise Antwort darauf liefert der aktuelle Global Wealth Report 2026 der Schweizer Großbank UBS.
Die Erhebung zeigt eindrucksvoll, dass ein genauer Blick hinter die reinen Durchschnittswerte erforderlich ist, um die reale finanzielle Situation der Bevölkerung zu verstehen.
Durchschnitt gegenüber Median
Nach den Berechnungen der Analysten liegt das durchschnittliche Vermögen eines erwachsenen Bürgers in Österreich bei rund 243.000 Euro. Mit diesem Wert belegt das Land im weltweiten Vergleich den 22. Platz. Diese Zahl verzerrt jedoch das Bild der breiten Masse, da extrem hohe Vermögen einzelner Personen den Schnitt nach oben ziehen.
Für eine realistischere Bewertung der gesellschaftlichen Mitte dient das sogenannte Medianvermögen. Ordnet man alle Erwachsenen exakt nach der Höhe ihres Besitztums an, markiert der Median genau die Mitte. Eine Hälfte der Bevölkerung besitzt mehr als diesen Wert, die andere Hälfte weniger. Für Österreich beziffert der Autor Michael Pollak auf Basis der UBS-Daten dieses Medianvermögen auf knapp 62.000 Euro pro Person. Das bedeutet im internationalen Ranking den 27. Platz.
Überraschender Vergleich mit Deutschland
Besonders aufschlussreich fällt der direkte Vergleich mit den deutschen Nachbarn aus. Beim reinen Durchschnittsvermögen zieht Deutschland mit 301.000 Euro pro Kopf deutlich an Österreich vorbei.
Beim Medianvermögen kehrten sich die Verhältnisse jedoch um. Während die Mitte der Bevölkerung in Deutschland lediglich auf ein Medianvermögen von 46.000 Euro kommt, liegt der Wert in Österreich mit 62.000 Euro spürbar höher.
Zusammensetzung der Vermögenswerte
Unter dem Begriff Vermögen verstehen die Experten der Schweizer Großbank keineswegs nur das reine Guthaben auf Bankkonten. In die Gesamtberechnung fließen sämtliche finanzielle Vermögenswerte sowie Sachwerte ein, wobei Immobilien den größten Anteil ausmachen. Bestehende Schulden und Verbindlichkeiten werden von diesem Bruttovermögen abgezogen.
Ebenfalls fließen private Pensionsvorsorgen in die Bewertung ein. Gesetzliche Ansprüche aus staatlichen Pensionskassen bleiben in der Analyse der UBS hingegen komplett unberücksichtigt. Sämtliche im Bericht ausgewerteten Daten beziehen sich auf den Stichtag Ende 2025.
Die Auswertung der Bank UBS macht deutlich, dass Wohlstand in Österreich differenziert betrachtet werden muss. Während der hohe Durchschnittswert von 243.000 Euro durch Spitzenvermögen geprägt ist, spiegelt das Medianvermögen von 62.000 Euro die tatsächliche finanzielle Realität der Mitte wider. Im Vergleich zu Deutschland steht die österreichische Bevölkerung im Median finanziell solider da.
Quelle „heute.at“
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