Oberösterreich festigt seine Vorreiterrolle in der Energiewende. Pünktlich zur Eröffnung der Energiesparmesse in Wels verkündete Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner eine entscheidende Neuerung für private Haushalte, Gemeinden und Vereine.
Wer bereits eine Photovoltaik-Anlage besitzt, aber bisher ohne Speicher auskommen musste, erhält nun eine attraktive finanzielle Unterstützung bei der Nachrüstung.
Lücke bei Bestandsanlagen wird geschlossen
Bisher konzentrierten sich Förderprogramme primär auf die Neuerrichtung von PV-Anlagen in Kombination mit Speichersystemen. Besitzer älterer Anlagen blieben bei der Modernisierung ihrer Technik oft auf den Kosten sitzen. Mit dem neuen Vorstoß des Landes ändert sich das ab dem 1. März. Die neue Landesförderung setzt genau dort an, wo die bisherige Unterstützung endete, und ermöglicht die Nachrüstung von Batteriespeichern zu attraktiven Konditionen.
Attraktive Zuschüsse pro Kilowattstunde
Die Details der Förderung sind klar definiert. Ab Sonntag gewährt das Land Oberösterreich einen Zuschuss von 150 Euro pro Kilowattstunde Nennkapazität. Gefördert werden Systeme bis zu einer Größe von 15 kWh. Um eine Überförderung zu vermeiden, ist der Betrag mit maximal 40 Prozent der förderfähigen Bruttoinvestitionskosten gedeckelt. Diese Maßnahme soll den Anreiz erhöhen, produzierten Sonnenstrom dann zu nutzen, wenn er tatsächlich gebraucht wird, anstatt ihn lediglich ins Netz einzuspeisen.
Eigenversorgung und Netzstabilität im Fokus
Landesrat Markus Achleitner betonte bei der Präsentation in Wels die strategische Bedeutung dieser Investition. Sonnenstrom sei eine wetterabhängige Energieform, die durch Speicher erst zu einem verlässlichen Pfeiler der Eigenversorgung werde. Gleichzeitig entlasten dezentrale Speicher die Stromnetze, da Lastspitzen abgefangen werden können. Dass das Interesse in der Bevölkerung groß ist, zeigen die Zahlen des Vorjahres: Von rund 15.000 neu errichteten Anlagen in Oberösterreich wurden bereits 89 Prozent direkt mit einem Speicher installiert.
Oberösterreich als Spitzenreiter im Bundesvergleich
Mit einer im Vorjahr neu installierten Speicherkapazität von 220,6 MWh führt Oberösterreich die Statistik der Bundesländer an. Der Ausbau erfolgt dabei auf mehreren Ebenen. Neben den privaten Kleinspeichern verwies Achleitner auch auf Großprojekte wie das geplante Pumpspeicherkraftwerk Ebensee, oft als Oberösterreich-Batterie bezeichnet, sowie innovative Lösungen in der Wirtschaft, wie den Großspeicher der Logistikfirma Schachinger in Hörsching.
Energiewende als Gemeinschaftsprojekt
Die Zahlen belegen den Erfolg des oberösterreichischen Weges. Aktuell werden bereits 91 Prozent des Stromverbrauchs im Bundesland aus erneuerbaren Quellen gedeckt. Auch bei der Raumwärme liegt der Anteil klimafreundlicher Energien bei beachtlichen 71 Prozent. Ein neues Energieeffizienzgesetz soll diesen Kurs in Zukunft rechtlich absichern und weiter forcieren. Die Energiesparmesse in Wels dient in diesem Zusammenhang als zentrale Plattform, auf der sich Interessierte in den Hallen 20, 21 und 22 umfassend über Technik und Förderabwicklungen beraten lassen können.
Die neue Nachrüst-Förderung ist ein logischer und notwendiger Schritt, um auch Besitzer von Bestandsanlagen aktiv in die moderne Energielandschaft einzubinden. Durch die Kombination aus finanzieller Spritze und technischer Beratung auf der Energiesparmesse wird die Hürde für den Einstieg in die Strom-Autarkie deutlich gesenkt.
Oberösterreich speichert die Kraft der Sonne.