Ab 1. Juni 2026 treten in Österreich neue Regelungen für Raucher in Kraft. Bestimmte Tabaksticks dürfen dann nicht mehr verkauft werden. Betroffen sind Produkte für Tabakerhitzer, die über ein sogenanntes „charakteristisches Aroma“ verfügen. Damit erweitert Österreich die bestehenden EU-Vorgaben nun auch auf erhitzte Tabakerzeugnisse.
Bislang galt das Aroma-Verbot bereits für klassische Zigaretten und Drehtabak. Nun werden auch Tabaksticks mit Geschmacksrichtungen wie Menthol, Vanille, Früchten, Kräutern oder Süßigkeiten aus dem Handel genommen. Produkte mit reinem Tabakgeschmack bleiben weiterhin erlaubt.
Neue Regeln treffen viele Raucher
Die neue Vorschrift sorgt bereits jetzt für Diskussionen im Handel und unter Konsumenten. Denn viele Raucher greifen bewusst zu aromatisierten Tabaksticks, die in Kombination mit Tabakerhitzern konsumiert werden. Diese Varianten dürfen jedoch nur noch bis Ende Mai verkauft werden.
Das Gesetz definiert ein „charakteristisches Aroma“ als einen Geruch oder Geschmack, der sich deutlich vom eigentlichen Tabakgeschmack unterscheidet. Dabei können Zusatzstoffe oder Kombinationen verschiedener Stoffe verwendet werden, die bereits vor oder während des Konsums wahrnehmbar sind.
EU-Richtlinie wird erweitert
Hintergrund der neuen Regelung ist eine EU-Richtlinie, die nun auch auf erhitzte Tabakprodukte angewendet wird. Das bisherige Aroma-Verbot für Zigaretten und Tabak zum Selbstdrehen gilt bereits seit Mai 2016. Österreich setzt die neuen Vorgaben nun auch für moderne Tabakerhitzer um.
Nicht betroffen sind E-Zigaretten mit nikotinhaltigen oder nikotinfreien Liquids. Diese fallen aktuell weiterhin unter eigene gesetzliche Bestimmungen.
Große Warnbilder auf Verpackungen
Mit der Gesetzesänderung verändert sich auch das Erscheinungsbild der Produkte. Tabaksticks werden künftig bei der Kennzeichnung mit klassischen Zigaretten gleichgestellt. Dadurch müssen auch auf diesen Verpackungen die bekannten großflächigen Gesundheitswarnungen mit Bildern und Warntexten angebracht werden.
Die Tabakindustrie steht damit erneut vor strengeren Vorgaben. Händler müssen bestehende Lagerbestände rechtzeitig abverkaufen, bevor das Verbot in Kraft tritt.
WHO sieht Aromen als Risiko
Die Weltgesundheitsorganisation WHO unterstützt die strengeren Maßnahmen. Laut WHO seien Aromen seit Jahren eine bekannte Strategie der Tabakindustrie, um Produkte besonders für Jugendliche und Nichtraucher attraktiver erscheinen zu lassen. Geschmackliche Zusätze würden den Rauchgenuss mildern und häufig den Eindruck vermitteln, dass diese Produkte weniger schädlich seien.
Experten rechnen damit, dass die neuen Vorschriften langfristig Auswirkungen auf den Markt für Tabakerhitzer haben könnten. Besonders beliebte Sorten mit Menthol- oder Fruchtgeschmack dürften vollständig verschwinden.
Mit dem neuen Verbot verschärft Österreich den Kampf gegen aromatisierte Tabakprodukte deutlich. Für viele Raucher bedeutet das ab Juni eine spürbare Umstellung. Während klassische Tabakvarianten weiterhin erlaubt bleiben, verschwinden zahlreiche beliebte Geschmacksrichtungen endgültig aus den Regalen.
Quelle „heute.at“
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