ferarcosn / pixabay
Für rund 500 Erdgaskunden der Salzburg AG steht im kommenden Herbst eine drastische finanzielle Veränderung ins Haus.

Mit Ende September laufen zwei historisch gewachsene, besonders günstige Gastarife des Salzburger Energieversorgers endgültig aus. Die betroffenen Verbraucher stehen nun vor der Entscheidung, das deutlich teurere Folgeangebot anzunehmen oder den Anbieter zu wechseln.

Preissprung auf das Zweieinhalbfache

Der finanzielle Unterschied zwischen den alten Konditionen und dem neuen Tarifmodell ist beträchtlich. Bisher zahlten die Kunden in den auslaufenden Tarifen einen Netto-Grundpreis von 2,18 Cent pro Kilowattstunde Erdgas. Nach der Umstellung im September verlangt die Salzburg AG für das Nachfolgeprodukt 5,88 Cent netto pro Kilowattstunde. Diese Anpassung bedeutet rechnerisch mehr als eine Verdoppelung der reinen Energiekosten.

Unternehmen verteidigt Tarifbereinigung

Nach Angaben des Energieunternehmens betrifft diese Maßnahme eine vergleichsweise kleine Gruppe von rund 500 Kunden – gemessen an der Gesamtzahl von knapp 30.000 Erdgaskunden der Salzburg AG. Der Versorger argumentiert, dass die Beibehaltung der alten Tarife angesichts der langfristigen Entwicklungen auf den internationalen Energiemärkten wirtschaftlich nicht mehr darstellbar sei. Man spreche von einer notwendigen Bereinigung der Tariflandschaft, um die allgemeine Versorgungssicherheit im Bundesland weiterhin stabil und zukunftsfähig zu halten.

Arbeiterkammer bestätigt Marktentwicklung

Die Konsumentenschutzabteilung der Arbeiterkammer hat das Vorgehen und die neuen Konditionen bereits einer rechtlichen und wirtschaftlichen Prüfung unterzogen. Seitens der Konsumentenschützer wird eingeräumt, dass die anhaltenden Dynamiken auf den Energiemärkten argumentativ hinter der Entscheidung des Unternehmens stehen. Ein rechtlicher Hebel gegen das Auslaufenlassen der befristeten Verträge besteht für die Interessenvertretung somit nicht.

E-Control empfiehlt Tarifvergleich

Die Regulierungsbehörde E-Control stützt diese Einschätzung mit aktuellen Marktdaten. Ein Blick auf den offiziellen Tarifkalkulator zeigt, dass ein Preis von 2,18 Cent netto pro Kilowattstunde im derzeitigen Marktumfeld ohnehin eine Ausnahme darstellte. Selbst die aktuell günstigsten Alternativanbieter verlangen für Neukunden rund 4,09 Cent netto pro Kilowattstunde. Je nach Anbieter und Bindung reicht die Preisspanne am österreichischen Gasmarkt derzeit sogar hoch bis zu 11,34 Cent netto pro Kilowattstunde.

Das Ende der Billig-Tarife bei der Salzburg AG spiegelt die verzögerte Anpassung an das neue Preisniveau auf den Energiemärkten wider. Auch wenn der Sprung auf 5,88 Cent netto pro Kilowattstunde für die betroffenen Haushalte schmerzhaft ist, bleibt das neue Angebot im österreichweiten Gesamtvergleich der E-Control konkurrenzfähig. Dennoch sollten die rund 500 betroffenen Verträge im Laufe des Sommers individuell geprüft werden, um rechtzeitig vor dem Heizbeginn im Herbst die optimale Entscheidung zwischen Verbleib oder Wechsel zu treffen.

Quelle „heute.at“

AustriaAktuell – Unabhängig, präzise, nah am Geschehen.

Von admin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert