NASA/SOHO, TEAM FOTOKERSCHI / DAVID RAUSCHER UND TOBIAS SCHARTNER
Ein kosmisches Ereignis von historischem Ausmaß versetzte Forscher der GeoSphere Austria am Montagabend in Alarmbereitschaft.

Während sich über den Köpfen der Österreicher ein spektakuläres Lichtermeer ausbreitete, blieb die Infrastruktur am Boden nur durch eine glückliche Wendung der Natur unversehrt.

Rekordwerte am Limit der Messbarkeit

Christian Möstl, Leiter des Space Weather Office bei der GeoSphere Austria, berichtet von Daten, die das bisherige Verständnis der Weltraumwetter-Beobachtung sprengen. Mit einer Feldstärke von 91 Nano-Tesla wurde das Zehnfache des üblichen Durchschnittswerts gemessen. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1995 gab es keinen vergleichbaren Wert. Die Teilchen rasten mit einer Geschwindigkeit von 1.178 Kilometern pro Sekunde – das sind rund 4,2 Millionen km/h – auf unseren Planeten zu.

Die Orientierung als Rettungsschirm

Dass der moderne Alltag nicht in die Knie gezwungen wurde, lag nicht an der Schwäche des Sturms, sondern an seiner Ausrichtung. Das Magnetfeld im Inneren des Sonnensturms war fast exakt nach Norden gerichtet. Diese Konstellation verhinderte eine effiziente Kopplung mit dem Magnetfeld der Erde. Laut Christian Möstl hätte eine entgegengesetzte Ausrichtung sehr wahrscheinlich den heftigsten geomagnetischen Sturm seit 1989 oder sogar 1921 ausgelöst. Großflächige Blackouts im Stromnetz wären in diesem Szenario ein realistisches Risiko gewesen.

Strahlung und Sichtbarkeit im ganzen Land

Während Satelliten und Navigationssysteme nach ersten Analysen stabil blieben, warnen Experten vor einer erhöhten Strahlenbelastung auf Flugrouten über die Arktis. Die positiven Begleiterscheinungen des Sturms zeigten sich ab 21 Uhr: Über ganz Österreich waren Polarlichter zu sehen, die durch die massive Störung des Erdmagnetfelds ungewöhnlich weit in den Süden vordrangen.

Ausblick auf das Sonnenmaximum

Die hohe Aktivität ist kein Zufallsprodukt. Die Sonne befindet sich derzeit im Maximum ihres elfjährigen Zyklus, in dem vermehrt Sonnenflecken und Magnetfelder entstehen. Diese Phase der Instabilität wird auch im Jahr 2026 noch anhalten. Erst ab 2027 prognostiziert die GeoSphere Austria eine allmähliche Beruhigung, bevor der nächste Zyklus in den frühen 2030er Jahren einsetzt.

Österreich und die Welt sind nur knapp einer technischen Katastrophe entgangen. Der aktuelle Sonnensturm hat gezeigt, wie verwundbar unsere vernetzte Gesellschaft gegenüber kosmischen Kräften ist. Dank einer günstigen magnetischen Ausrichtung blieb es diesmal bei einem beeindruckenden Lichtspiel statt eines totalen Stromausfalls.

Quelle „heute.at“

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Von admin

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