Der tägliche Lebensmitteleinkauf steht vor einem technologischen Wandel
. In einer Wiener Filiale erprobt der Handelskonzern Spar derzeit ein neuartiges Bestellsystem für Wurst und Käse. Ein innovatives Terminal soll die Wartezeiten an den traditionell stark frequentierten Bedienungstheken drastisch verkürzen und den Einkauf effizienter gestalten.
Digitale Vorbestellung beim Betreten
Die Digitalisierung im Lebensmitteleinzelhandel schreitet kontinuierlich voran. Nach der Etablierung von Selbstbedienungskassen im Kassenbereich verlagert sich die technologische Unterstützung nun direkt an den Beginn des Einkaufsweges. Das Pilotprojekt startete vor wenigen Tagen in der Spar-Filiale in der Zentagasse im fünften Wiener Gemeindebezirk Margareten. Kunden haben dort ab sofort die Möglichkeit, ihre individuellen Wünsche für Aufschnittwaren über einen Touchscreen-Bildschirm einzugeben, noch bevor sie den eigentlichen Marktbereich mit den Einkaufswagen durchschreiten.
Erste Erfahrungen aus Kundensicht
Das neue System stieß bereits am ersten Testtag auf direktes Interesse bei den Frühshoppern. Die Wienerin Claudia R. passierte die Filiale unmittelbar nach der morgendlichen Öffnung um Punkt 07:40 Uhr und stellte fest, dass sich das vertraute Bild des Eingangsbereiches verändert hatte. Auf dem Weg in die Obst- und Gemüseabteilung bemerkte sie das neu installierte Terminal. Das Gerät fungiert als eine Art Express-Schalter, der die klassische Interaktion an der Theke zeitlich entkoppelt.
Individuelle Wünsche per Mausklick
Die Funktionsweise des Automaten ist bewusst intuitiv gestaltet. Im ersten Schritt wählen Verbraucher auf dem Display zwischen den Hauptkategorien Wurst oder Käse. Anschließend öffnet sich das Sortiment, das unter anderem Klassiker wie Pragaschinken, Kalbspariser oder Salami Ungherese umfasst. Auch aktuelle Aktionswaren werden auf dem Bildschirm gesondert ausgewiesen. Die gewünschte Bestellmenge lässt sich in Schritten von 100 bis 500 Gramm exakt definieren.
Präzision beim Aufschnitt gewählt
Ein besonderes Augenmerk legten die Entwickler des Systems auf die Flexibilität bei den Schnitt- und Verpackungsoptionen. Das Terminal erfragt präzise Details, die sonst im persönlichen Gespräch geklärt werden müssen. Kunden können per Knopfdruck festlegen, ob die Ware hauchdünn, normal oder dick geschnitten werden soll. Sogar die anschließende Präsentation in der Verpackung ist wählbar: Die Optionen reichen von ordentlich gelegten bis hin zu kompakt gestapelten Scheiben.
Effizienzgewinn beim Lebensmitteleinkauf
Nach dem Abschluss des Bestellvorgangs druckt das Gerät einen Beleg aus. Während das Marktpersonal im Hintergrund die Ware frisch aufschneidet und verpackt, können die Kunden den restlichen Einkauf im Supermarkt absolut stressfrei und ohne Zeitdruck erledigen. Am Ende des Rundgangs wird die fertig vorbereitete Ware an der Feinkost-Theke gegen Vorlage des Bons ohne die sonst üblichen Wartezeiten abgeholt.
Zukunft des Projekts im Grätzl
Aus der Spar-Unternehmenszentrale heißt es zu dem aktuellen Vorhaben, dass man sich bezüglich einer flächendeckenden Expansion vorerst bedeckt halte. Bei dem Gerät in Wien-Margareten handelt es sich um das aktuell einzige Testexemplar in ganz Österreich. Die Verantwortlichen betonen, dass die Akzeptanz und das Nutzungsverhalten der Bewohner des Grätzls in den kommenden Monaten maßgeblich darüber entscheiden werden, ob dieses Terminal bald zur Standardausstattung weiterer Filialen gehören wird.
Der Testlauf des Feinkost-Automaten in Wien zeigt einen pragmatischen Ansatz, wie Digitalisierung den analogen Einkauf sinnvoll ergänzen kann. Sollte sich das System im Alltag bewähren, könnte das lange Anstehen in der Rushhour an den Bedienungstheken bald der Vergangenheit angehören. Das Projekt verbindet den Wunsch nach Schnelligkeit mit der gewohnten Qualität frisch aufgeschnittener Produkte.
Quelle „heute.at“
Smarter einkaufen, schneller genießen.
