Ein verdächtiger Fahrgast und eine fallen gelassene Waffe vor einem Grazer Krankenhaus waren am Samstag der Ausgangspunkt für Ermittlungen, die weit über einen einfachen Verstoß gegen das Waffengesetz hinausgehen.

Was die Beamten in der Folge in der Wohnung des Mannes entdeckten, sorgte für einen großräumigen Spezialeinsatz.

Der Vorfall vor dem Krankenhaus

Es war ein aufmerksamer Taxilenker, der die Exekutive am Samstagvormittag alarmierte. Ein 31-jähriger Fahrgast war gerade dabei, vor einem Grazer Spital aus dem Fahrzeug zu steigen, als ihm plötzlich eine Schusswaffe aus der Kleidung rutschte und lautstark auf den Asphalt prallte. Der Mann hob die Waffe hastig auf und verschwand auf dem Gelände des Krankenhauses. Die sofort herbeigerufenen Streifen der Polizei Graz konnten den Tatverdächtigen noch auf dem Areal lokalisieren und festnehmen. Die Faustfeuerwaffe wurde umgehend sichergestellt.

Hausdurchsuchung in Langenwang

Aufgrund der Tatumstände ordnete die Staatsanwaltschaft Graz eine sofortige Durchsuchung der Unterkunft des Mannes an. Der Einsatz verlagerte sich daraufhin in die Gemeinde Langenwang im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag. Die Ermittler fanden in der Wohnung nicht nur eine weitere Langwaffe, sondern stießen auch auf brisantes Beweismaterial. Neben einschlägiger NS-Literatur entdeckten die Beamten diverse Flüssigkeiten und Substanzen, deren Zusammensetzung zunächst völlig unklar war.

Spezialeinsatz und Entschärfungsdienst

Da die Beamten vor Ort eine mögliche Gefahr durch Sprengstoffe nicht ausschließen konnten, wurde das Wohnhaus in Langenwang evakuiert und großräumig abgesperrt. Experten des Entschärfungsdienstes sowie spezialisierte sprengstoffkundige Organe (SKO) rückten an. Auch Sprengstoffspürhunde kamen zum Einsatz, um das Gebäude systematisch nach weiteren gefährlichen Gegenständen abzusuchen. Erst nach Stunden intensiver Prüfung konnte die Polizei Entwarnung geben: Eine unmittelbare Explosionsgefahr bestand zum Zeitpunkt der Durchsuchung nicht mehr.

Sicherstellung und weitere Ermittlungen

Die Polizei beschlagnahmte sämtliche Waffen, Datenträger und die aufgefundenen Chemikalien. Besonders die Auswertung der digitalen Geräte und der NS-Literatur steht nun im Fokus der Verfassungsschutzbehörden. Der 31-Jährige muss sich nun wegen mehrerer Delikte verantworten, wobei die Hintergründe für das Mitführen der Waffe vor dem Krankenhaus noch Gegenstand der laufenden Einvernahmen sind.

Der Fall zeigt, wie entscheidend die Zivilcourage von Zeugen wie dem Taxilenker ist. Durch die schnelle Meldung konnte nicht nur eine bewaffnete Person im sensiblen Bereich eines Krankenhauses festgenommen, sondern auch ein umfangreiches Arsenal an illegalen Waffen und verfassungsfeindlichem Material ausgehoben werden. Die Ermittlungen zum Motiv des Mannes dauern an.

Quelle „heute.at“

Österreich im Blick die Wahrheit im Fokus.

Von admin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert