Die Wiener Netze setzen einen Meilenstein bei der Digitalisierung der Energieversorgung und bescheren rund 1,6 Millionen Haushalten handfeste finanzielle Vorteile.
Wer einen Smart Meter besitzt und die Datenübertragung im Viertelstundentakt nutzt, profitiert ab dem Beginn des neuen Quartals automatisch von deutlich reduzierten Netzentgelten in den Mittagsstunden.
Sommer-Netzentgelt bringt 20 Prozent Ersparnis
Die warme Jahreszeit wird für Wiener Stromkunden heuer besonders attraktiv. Zwischen dem 1. April und dem 30. September greift täglich in der Zeit von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr das sogenannte Sommer-Netzentgelt. Voraussetzung für die Nutzung dieses Rabatts ist ein intelligenter Stromzähler, bei dem die Viertelstunden-Messung aktiviert ist.
Wer in diesem definierten Zeitraum energieintensive Tätigkeiten wie das Waschen, Kochen oder das Laden des Elektroautos erledigt, spart satte 20 Prozent bei den reinen Netzkosten. Das digitale Webportal der Wiener Netze liefert den Nutzern zusätzlich täglich die genauen Verbrauchsdaten des Vortages, was eine gezielte Optimierung des eigenen Stromverhaltens massiv erleichtert.
Gesetzliche Grundlage zwingt zum Daten-Upgrade
Hinter dieser Neuerung steht das novellierte Elektrizitätswirtschaftsgesetz, kurz ElWG. Der Paragraph 54 Absatz 2 dieses Bundesgesetzes verpflichtet alle österreichischen Netzbetreiber dazu, die installierten Smart Meter so zu konfigurieren, dass der Stromverbrauch im 15-Minuten-Takt erfasst und gespeichert wird.
Diese engmaschige Datenbasis dient jedoch nicht nur dem Sparen im Haushalt. Für die Experten der Wiener Netze bilden die Daten das Fundament für die moderne Netzplanung. Sie ermöglichen eine präzisere Steuerung des Stromflusses und erleichtern die Einspeisung von unbeständigem Wind- und Solarstrom. Nur so lässt sich das gewohnte Wiener Spitzenniveau bei der Ausfallsicherheit von 99,99 Prozent auch in Zeiten der Energiewende halten.
So funktioniert die Anmeldung im Webportal
Kunden, die noch nicht für die detaillierte Messung freigeschaltet sind, können den Umstieg mit wenigen Klicks im offiziellen Smart Meter-Webportal oder im Businessportal der Wiener Netze selbst in die Hand nehmen. Der digitale Weg zum Sparen erfordert nur wenige Schritte.
Zunächst fordern Nutzer online einen persönlichen Zugangsschlüssel an. Im Anschluss müssen die eigene Kundennummer sowie die spezifische Zählpunktnummer eingetragen werden. Beide Nummern lassen sich schnell auf der letzten Jahresrechnung oder direkt auf dem Netzvertrag finden. Nach dem Abschluss der Registrierung reicht ein Klick zur Aktivierung des Viertelstunden-Intervalls, um sofort für das Sommer-Netzentgelt berechtigt zu sein.
Schrittweise Umstellung läuft bis ins Jahr 2027
Die Wiener Netze gehen bei der Umsetzung des Gesetzes schrittweise vor. In der ersten Phase wurden bereits Großverbraucher mit einem Jahresbedarf von über 5.000 Kilowattstunden sowie Haushalte mit Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen oder privaten E-Ladestationen umgestellt.
In der nun folgenden zweiten Phase sind Haushalte mit einem moderaten Jahresverbrauch zwischen 1.500 und 5.000 Kilowattstunden an der Reihe. Bis zum Stichtag am 1. Jänner 2027 muss die Viertelstundenauslesung auch für diese Gruppe flächendeckend aktiv sein. Wer dies ausdrücklich nicht wünscht, kann von seinem gesetzlichen Recht auf Opt-out Gebrauch machen und der Erfassung per Brief oder E-Mail widersprechen.
Die flächendeckende Einführung der Viertelstundenwerte bei den Wiener Netzen ist ein echter Gewinn für beide Seiten. Während die Infrastrukturbetreiber das Stromnetz fit für die Zukunft machen, erhalten die Wienerinnen und Wiener ein mächtiges Werkzeug zum Kostensparen an die Hand. Wer seine Waschmaschine künftig mittags einschaltet, entlastet nicht nur das Stromnetz, sondern spürbar die eigene Geldbörse.
Quelle „heute.at“
Wiener Netze: Volle Energie für Ihr Sparbuch.