Trotz eines allgemeinen Sparkurses in der Bundesregierung darf sich das Verteidigungsministerium unter Klaudia Tanner über ein finanzielles Plus freuen.

Im Doppelbudget für 2027 und 2028 nimmt das Bundesheer eine Sonderstellung ein: Als eines der wenigen Ressorts bleibt es von Kürzungen verschont und erhält stattdessen frische Mittel.

Doppelbudget sichert Milliarden für die Sicherheit

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) hat die Rahmenbedingungen für die kommenden Jahre gesteckt. Während in anderen Bereichen der Rotstift angesetzt wird, wächst das Verteidigungsbudget weiter an. Für das Jahr 2027 ist ein Betrag von 5,3 Milliarden Euro vorgesehen, 2028 steigt dieser Wert nochmals auf 5,43 Milliarden Euro an. Seit dem Amtsantritt von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) im Jahr 2020 hat sich das Budget für die Landesverteidigung damit mehr als verdoppelt.

Starkes Bekenntnis zur Landesverteidigung

Gemeinsam mit Generalstabschef Rudolf Striedinger und Oberst Daniel Moser, dem stellvertretenden Leiter der Budgetabteilung, präsentierte Tanner den künftigen Budgetpfad. Die Ministerin betonte dabei die veränderte geopolitische Sicherheitslage in Europa. Diese erfordere entschlossenes Handeln, um die Souveränität Österreichs langfristig abzusichern.

Fokus auf Sky Shield und moderne Luftverteidigung

Ein zentraler Pfeiler der Investitionen ist die europäische Luftverteidigungsinitiative Sky Shield. Das Verteidigungsministerium sieht hierfür eine gezielte Aufstockung vor: Alleine 500 Millionen Euro sind bis zum Jahr 2031 für die Beschaffung von Mittelstreckenraketen reserviert. Zusätzlich wird die Finanzierung für die neuen Leonardo-Jets, die mit einem Volumen von 850 Millionen Euro veranschlagt sind, fest in das Regelbudget integriert.

Eurofighter-Nachfolge bleibt in der Schwebe

Obwohl bei der Stärkung der Luftraumüberwachung Einigkeit herrscht, bleibt die konkrete Nachfolge der Eurofighter vorerst ausgeklammert. Das Thema wird außerhalb des nun beschlossenen Regelbudgets behandelt. Nach Angaben aus dem Ressort sollen die spezifischen Anforderungen und Bedarfe hierfür bis Ende des laufenden Jahres definiert werden.

Geistige Verteidigung als neue Priorität

Neben dem Ankauf von militärischem Gerät rückt auch die Resilienz der Bevölkerung in den Fokus. Die sogenannte Umfassende Landesverteidigung, die neben militärischen Aspekten auch die geistige, wirtschaftliche und zivile Komponente umfasst, soll gezielt gestärkt werden. Angesichts aktueller globaler Unsicherheiten betrachtet das Ministerium diesen ganzheitlichen Ansatz als notwendiges Fundament für den Schutz der Gesellschaft.

Österreich setzt mit dem Doppelbudget 2027/2028 ein deutliches Signal. Während weite Teile des Staatsapparates sparen müssen, genießt die Aufrüstung des Bundesheeres politische Priorität. Ob die massiven Investitionen in moderne Waffensysteme und die Stärkung der gesellschaftlichen Resilienz ausreichen, um den neuen Bedrohungsszenarien in Europa zu begegnen, wird die kommende Amtszeit zeigen.

Quelle „heute.at“

Sicherheit braucht Entschlossenheit.

Von admin

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