Der Schulbeginn steht kurz bevor und bringt für viele Familien in Österreich spürbare finanzielle Belastungen mit sich. Eine aktuelle Analyse der Arbeiterkammer Wien zeigt, dass die Ausgaben für die Ausstattung von Volksschulkindern extrem unterschiedlich ausfallen können. Wer beim Kauf von Stiften, Heften und Schultaschen nicht genau hinschaut, zahlt bei identischen Markenartikeln oft das Doppelte.
Gewaltige Preisunterschiede im Handel
Im Rahmen der Erhebung analysierte die Arbeiterkammer im Zeitraum zwischen dem 20. und 24. Juli insgesamt 53 typische Schulutensilien. Die Experten prüften das Angebot bei den fünf großen Handelsketten Libro, Pagro, Thalia, Interspar und Müller. Das Ergebnis verdeutlicht erhebliche Preisspannen: Bei völlig identischen Markenprodukten klaffen die Preise um bis zu 101 Prozent auseinander.
Drastische Beispiele bei Markenartikeln
Besonders deutlich wird die Abweichung beim Radiergummi „Studio 20“ der Marke Aristo. Während dieses Produkt bei Thalia für 0,79 Euro erhältlich ist, verlangt Interspar dafür 1,59 Euro.
Eine Differenz von 95 Prozent ergab sich beim 35-Gramm-Alleskleber von Uhu. Thalia bietet den Klebstoff für 3,49 Euro an, wohingegen Müller denselben Artikel im Aktionszeitraum für 1,79 Euro verkaufte.
Auch beim 12er-Pack Filzstifte von Stabilo zeigen sich deutliche Unterschiede: Bei Libro und Pagro liegt der Preis bei 6,99 Euro, während Interspar das Set im Testzeitraum als Aktion für 3,99 Euro anbot.
Allgemeiner Preisanstieg bei Schulbedarf
Neben den vergleichenden Unterschieden stiegen die Preise auch insgesamt an. Die untersuchten Schulartikel verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr im Durchschnitt um 6,5 Prozent.
Besonders kostspielig fällt die Anschaffung von Schultaschen-Sets aus. Die günstigsten mehrteiligen Modelle bewegen sich je nach Händler zwischen knapp 60 und 126 Euro. Wer sich für hochpreisige Varianten entscheidet, muss mit Ausgaben zwischen 80 und 290 Euro rechnen.
Empfehlungen und geplante Rabattaktionen
Die Arbeiterkammer rät Eltern zu einem konsequenten Preisvergleich vor dem Kauf. Da mit herannahendem Schulstart vermehrt Sonderangebote geschaltet werden, lässt sich durch gezieltes Einkaufen Geld sparen. So waren bei Interspar während der Erhebung zahlreiche Artikel reduziert. Zudem kündigte Thalia für den Zeitraum vom 3. bis 19. September 2026 einen Rabatt von 20 Prozent auf den gesamten Schuleinkauf an.
Staatliche Hilfen und Sparalternativen
Zur finanziellen Entlastung stehen verschiedene Förderungen bereit. Über die Aktion „Schulstartplus“ erhalten Bezieher von Mindestsicherung oder Sozialhilfe eine Bezahl-Karte im Wert von 150 Euro auf das Mobiltelefon, einlösbar bei Libro und Pagro. Das reguläre Schulstartgeld in Höhe von 121,40 Euro pro Kind im Alter von 6 bis 15 Jahren wird im August automatisch gemeinsam mit der Familienbeihilfe ausgezahlt.
Als ergänzende Sparmöglichkeit verweist die AK auf die Carla-Läden der Caritas Wien. Zugleich betonen die Konsumentenschützer die Bedeutung von Produktqualität: Langlebige und nachhaltige Artikel verhindern den raschen Nachkauf von fehlerhaften oder schnell austrocknenden Schreibwaren und sparen langfristig Kosten.
Der Schulbeginn belastet das Haushaltsbudget massiv, doch voreilige Käufe verschärfen die Kosten unnötig. Die Erhebung der Arbeiterkammer Wien belegt eindeutig, dass gezielte Vergleiche zwischen den großen Handelsketten erhebliche Summen einsparen. Durch die Kombination von Preisvergleichen, Ermäßigungen, staatlichen Stützen und langlebigen Qualitätsprodukten lassen sich die Ausgaben wirksam begrenzen.
Quelle „heute.at“
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