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Ein Vorschlag von WIFO-Chef Gabriel Felbermayr zur schrittweisen Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters sorgt für erhebliche Diskussionen in der österreichischen Politik.

In der ORF-„Pressestunde“ sprach sich der Ökonom dafür aus, das Antrittsalter in Richtung 67 Jahre anzuheben. Langfristig regte er zudem eine Koppelung an die durchschnittliche Lebenserwartung an. Mit einem entsprechenden Gesamtpaket könnte Österreich laut Felbermayr beim Pensionsalter womöglich sogar über die 67 Jahre hinausgehen.

ÖGB warnt vor sozialer Unfairness

Scharfer Widerstand kommt von den Gewerkschaften. ÖGB-Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth bezeichnete eine automatische Koppelung des Pensionsalters an die Lebenserwartung als „sozial extrem unfair“. Sie begründet dies damit, dass Besserverdienende im Schnitt länger leben als Personen mit geringem Einkommen oder körperlich schwerer Arbeit. Bei einer automatischen Anhebung müssten Letztere länger arbeiten, obwohl sie die Pension durchschnittlich kürzer beziehen.

Statt einer Erhöhung fordert der ÖGB Maßnahmen, um die Gesundheit der Beschäftigten bis zum bestehenden Pensionsalter zu sichern. Zustimmung äußert Schuberth hingegen zu Felbermayr-Überlegungen bezüglich eines Bonus-Malus-Systems, um Arbeitgeber bei der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer in die Pflicht zu nehmen.

FPÖ erteilt Plänen Absage

Auch seitens der FPÖ gibt es eine klare Ablehnung. Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch lehnt ein Pensionsalter von 67 Jahren sowie die Koppelung an die Lebenserwartung ab und kritisiert, dass Pensionisten nicht der „Bankomat der Nation“ sein dürften. Zwar räumt sie ein, dass die geburtenstarken Jahrgänge das System fordern, geht jedoch davon aus, dass der Höhepunkt dieser Entwicklung bis 2035 überschritten sein dürfte. Zur Absicherung setzt sie auf größeres Wirtschaftswachstum und eine Stärkung der Familienpolitik.

Seniorenbund für Anreize, NEOS für Reformen

Moderater reagiert die Präsidentschaft des Seniorenbundes. Ingrid Korosec stimmt mit dem WIFO-Chef überein, dass das tatsächliche Antrittsalter steigen müsse, fordert dafür jedoch bessere Rahmenbedingungen. Der Seniorenrat hat beim WIFO bereits eine Studie zu einem Bonus-Malus-System in Auftrag gegeben, um Modelle zur Weiterbeschäftigung Älterer zu prüfen; entsprechende Ergebnisse sollen bis Jahresende vorliegen. Zudem verweist Korosec auf die Notwendigkeit flexiblerer Reglungen, die Erwerbsbiografien und gesundheitliche Voraussetzungen berücksichtigen.

Unterstützung für eine Anhebung des Alters kommt von den NEOS. Sozialsprecher Johannes Gasser betont, dass die Debatte angesichts der demografischen Entwicklung kein Tabu sein dürfe. Da Menschen später ins Erwerbsleben einsteigen und länger Pension beziehen, bestehe dringender Handlungsbedarf bei der langfristigen Finanzierung des Systems.

Quelle: „heute.at“

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Von admin

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