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Die Nachricht vom Kreuzfahrtschiff „Hondius“ sorgt derzeit für weltweite Bestürzung. Während das Expeditionsschiff auf dem Weg von Argentinien nach Kap Verde von einem tödlichen Hantavirus-Ausbruch heimgesucht wurde, stellt sich in der Heimat die bange Frage: Wie sicher sind wir in Österreich vor dieser unsichtbaren Gefahr?
Drama auf hoher See fordert Todesopfer

Die Bilanz auf der „Hondius“ ist erschütternd. Drei Passagiere aus den Niederlanden und Deutschland erlagen bereits der Infektion. Am Mittwoch liefen Rettungsmaßnahmen auf Hochtouren, um drei weitere Schwererkrankte von Bord zu bringen. Diese werden nun mit medizinischen Spezialflugzeugen nach Amsterdam transportiert, von wo aus die Verlegung in europäische Hochleistungskliniken erfolgt. Der Rest der Passagiere tritt unter strenger Beobachtung die Weiterreise Richtung Spanien an.

Entwarnung für heimische Reisende

Für die Angehörigen in Österreich gibt es zumindest in einem Punkt vorsichtige Entwarnung: Laut aktuellem Stand befinden sich keine österreichischen Staatsbürger auf der Passagierliste der „Hondius“. Dennoch ist das Thema Hantavirus kein rein südamerikanisches Phänomen, sondern eine ernstzunehmende Realität in ganz Europa.

Infektionszahlen in Österreich im Zickzack-Kurs

Die Statistik der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) zeigt eine enorme Volatilität bei den Fallzahlen in der Alpenrepublik. Ein Blick in die jüngere Vergangenheit verdeutlicht die Schwankungen:

  • 2019: Ein Rekordjahr mit 276 registrierten Fällen.
  • 2021: Erneuter Anstieg auf 233 Infektionen.
  • 2024/2025: Beruhigung der Lage mit 19 bzw. 32 Fällen. Die Experten führen diese massiven Unterschiede vor allem auf die Populationsdynamik von Nagetieren zurück, die als Hauptüberträger fungieren.
Finnland als europäischer Hotspot

Österreich liegt im kontinentalen Vergleich im Mittelfeld. Laut Daten des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) führt Finnland die traurige Statistik mit über 800 Fällen jährlich an, gefolgt von Deutschland und Schweden. Österreich liegt mit einer Inzidenz von etwa 1,1 Infektionen pro 100.000 Einwohner knapp über dem EU-Durchschnitt.

Die Gefahr lauert im Staub

Während der auf der „Hondius“ grassierende „Andes-Stamm“ aus Südamerika sogar von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, erfolgt die Ansteckung in Österreich fast ausschließlich über infizierte Nagetiere. Die AGES warnt hierbei besonders vor dem klassischen Frühjahrsputz in Kellern, Dachböden oder Schuppen. Durch das Aufwirbeln von Staub, der mit Ausscheidungen von Mäusen kontaminiert ist, gelangen die Viren in die Atemwege. Auch Waldarbeiten oder Wandern abseits befestigter Wege bergen ein gewisses Restrisiko.

Tückische Inkubationszeit und Symptome

Besonders tückisch ist die Zeitspanne zwischen Infektion und Ausbruch, die zwischen 5 und 60 Tagen liegen kann. Oft verläuft die Krankheit glimpflich oder symptomlos. In schweren Fällen drohen jedoch hämorrhagisches Fieber mit Nierenversagen oder lebensgefährliche Beeinträchtigungen von Herz und Lunge.

Trotz der tragischen Ereignisse auf der „Hondius“ besteht für die österreichische Bevölkerung aktuell kein Grund zur Panik. Da der gefährliche Andes-Stamm hierzulande nicht heimisch ist, bleibt das Risiko kalkulierbar. Wachsamkeit ist dennoch geboten – insbesondere beim Reinigen von staubigen Nebenräumen, in denen sich Nagetiere eingenistet haben könnten. Ein Mundschutz und feuchtes Wischen statt Kehren sind einfache, aber effektive Schutzmaßnahmen.

Quelle „heute.at“

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Von admin

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