OECD-Bericht: Migranten besser ausgebildet, doch oft unter Qualifikation

Österreich steht vor einem Paradoxon am Arbeitsmarkt: Viele Zuwanderer bringen Know-how und hohe Qualifikationen mit, landen aber laut einem aktuellen OECD-Bericht zum „Stand der Integration von Zugewanderten“ in Jobs, die weit unter ihren Möglichkeiten liegen. Die Bildung der Zuwanderer ist demnach überdurchschnittlich hoch, in vielen Fällen sogar höher als jene der im Inland Geborenen.
Bildungsvorsprung, Berufs-Dilemma

Besonders EU-Bürger tragen wesentlich zum hohen Bildungsniveau der Zuwanderer bei. Trotz dieser beeindruckenden Qualifikationen gelingt es vielen nicht, ihre Abschlüsse adäquat am österreichischen Arbeitsmarkt umzusetzen. Der Hauptgrund: Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse stellt eine massive Hürde dar.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Während 62 Prozent der in Österreich ausgebildeten Zugewanderten in gut qualifizierten Berufen Fuß fassen, sind es bei Hochschulabsolventen aus Nicht-EU-Staaten dramatische 27 Prozent. Ein gewaltiger Unterschied, der aufzeigt, wie viel Potenzial brachliegt.

Überfüllte Wohnungen und Armutsrisiko

Die Herausforderungen beschränken sich nicht nur auf den Job. Die soziale Lage vieler Zugewanderter ist angespannt. Fast 30 Prozent leben in überfüllten Wohnungen – ein Anteil, der fünfmal so hoch ist wie bei der inländischen Bevölkerung. Besonders betroffen sind Großstädte, wo sich die Zuwanderer konzentrieren. Trotz international gesehen vergleichsweise weniger wirklich prekärer Verhältnisse in Österreich ist Armut unter Zuwanderern weit verbreitet.

Schlechte Bildungschancen für Kinder

Besorgniserregend ist die Situation der Kinder aus Zuwandererfamilien. Nur ein Drittel von ihnen erreicht ein höheres Bildungsniveau als ihre Eltern – dieser Wert ist in kaum einem anderen OECD-Land so niedrig. Auch bei der PISA-Studie schneiden diese Kinder oft deutlich schlechter ab als ihre Altersgenossen im Ausland.

Positive Bilanz und Integrationserfolge

Trotz der Probleme verzeichnet die OECD auch Erfolge: Die Erwerbstätigenquote der Zuwanderer in Österreich liegt mittlerweile über dem EU-Schnitt. Dies wird vor allem auf gelungene Integrationsmaßnahmen zurückgeführt, insbesondere die verpflichtenden Sprachkurse. In diesem Bereich gilt Österreich international als gut aufgestellt.

Zugewanderte Frauen: Berufliche Barrieren

Als anhaltendes Problem wird die Lage der zugewanderten Frauen hervorgehoben. Sie sind fast doppelt so häufig unfreiwillig nicht berufstätig wie gebürtige Österreicherinnen. Ein Drittel davon nennt familiäre Verpflichtungen als primären Grund für ihre Nichterwerbstätigkeit.

Anerkennung als Schlüssel zur Teilhabe

Österreich investiert viel in die Integration, doch die echte Teilhabe am System scheitert oft an bürokratischen Hürden. Die bessere Anerkennung ausländischer Abschlüsse wird als dringend notwendig erachtet, um gut ausgebildete Zuwanderer aus ihrer beruflichen Sackgasse zu holen und ihr Potenzial zum Wohle der gesamten Volkswirtschaft zu nutzen.

Quelle „heute.at“

Österreichs Zukunft braucht jede Qualifikation!

Von admin

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