Am 21. Mai 2025 nahmen Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner (im Bild), Staatssekretär Alexander Pröll und Staatssekretär Josef Schellhorn am Pressefoyer nach dem Ministerrat teil.
Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) hat umfassende Pläne zur Modernisierung der österreichischen Hochschullandschaft vorgelegt.

Die geplante „Hochschulstrategie 2040“ sieht tiefgreifende Strukturreformen vor, die sowohl das Studium flexibler gestalten als auch die Arbeitsbedingungen an den Universitäten grundlegend verbessern sollen.

Ein Standort ein Studium

Ein zentrales Element der Reform ist die stärkere Abstimmung und Vernetzung zwischen Universitäten und Fachhochschulen. Holzleitner plädiert für eine „Wissenschaftssteuerung aus einem Guss“ und möchte parallele Studienangebote am selben Standort künftig vermeiden. Der neue Grundsatz lautet: Ein Standort, ein Studium. Die Ministerin betont, dass die Zukunft der akademischen Ausbildung nicht in der Konkurrenz, sondern in einer gelebten Kooperation liege. Erfolgreiche Kooperationsmodelle wie die TU Austria oder die Initiative „Naturwissenschaften Graz“ zwischen der Universität Graz und der TU Graz sollen hierbei als Vorbild dienen.

Teilzeitstudium kommt

Große Erleichterungen soll es für die Studierenden geben. Um den sich verändernden Lebensrealitäten gerecht zu werden, wird ein offizielles Teilzeitstudium eingeführt. Dieses Modell soll flexiblere Bildungswege ermöglichen und die Zahl der erfolgreichen Studienabschlüsse erhöhen. Geplant ist eine Variante, bei der Studierende semesterweise zwischen einem Vollzeit- und einem Teilzeitstatus wechseln oder das Studium temporär pausieren können. Während der Teilzeitphase verringert sich das geforderte Pensum, während gleichzeitig der Anspruch auf finanzielle Förderungen über einen längeren Zeitraum erhalten bleibt.

Aus für Kettenverträge

Auch für das wissenschaftliche Personal bringt die Reform einschneidende Verbesserungen. Holzleitner plant die Abschaffung der umstrittenen Sonderregelung für befristete Arbeitsverhältnisse, des sogenannten Kettenvertrags-Paragraphen. Aufeinanderfolgende Befristungen, die oft zu prekären Beschäftigungsverhältnissen im akademischen Mittelbau führten, sollen damit der Vergangenheit angehören. Das Ziel der Ministerin ist eine radikale Aufwertung der Arbeitsbedingungen an den heimischen Bildungsstätten.

Neue Machtstrukturen

Die internen Entscheidungswege der Universitäten stehen ebenfalls vor einer Restrukturierung. Die universitären Senate sollen künftig spürbar mehr Einfluss auf strategische Weichenstellungen erhalten, während sich die Universitätsräte primär auf ihre Kernkompetenz der Kontrolle fokussieren. Zudem wird das traditionelle Kurienmodell durch ein modernes Faculty-Modell ersetzt. Nach skandinavischem und angloamerikanischem Vorbild werden Wissenschafterinnen und Wissenschafter mit entsprechender Qualifikation künftig in einer gemeinsamen, schlagkräftigen Gruppe zusammengefasst.

Zeitplan bis 2027

Die Umsetzung der Hochschulstrategie 2040 folgt einem klaren Zeitplan. Über die Sommermonate werden die detaillierten Konzepte ausgearbeitet, gefolgt von einer Reihe weiterer Diskussionsforen im Herbst. Die endgültige Präsentation des Strategiepapieres ist für das erste Quartal 2027 angesetzt. Bis Ende Oktober dieses Jahres sollen zudem konkrete Zahlen bezüglich des noch offenen Universitätsbudgets ab dem Jahr 2028 vorliegen.

Die von Ministerin Holzleitner angekündigte Hochschulreform setzt an den richtigen Hebeln an. Das Teilzeitstudium trägt der modernen Lebensrealität Rechnung und das Ende der Kettenverträge sorgt für überfällige Stabilität im Lehrbetrieb. Ob die Zentralisierung der Standorte die Vielfalt einschränkt, wird sich in den kommenden Detailverhandlungen zeigen. Insgesamt ist die Strategie 2040 jedoch ein mutiger und notwendiger Schritt, um Österreichs Universitäten international wettbewerbsfähig und zukunftsfit zu machen.

Quelle „heute.at“

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Von admin

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