Die Zeiten der Stagnation am heimischen Immobilienmarkt scheinen endgültig vorbei zu sein.
Eine aktuelle Analyse der Experten von RE/MAX zeichnet für das Jahr 2026 ein deutliches Bild: Wohnen wird in fast allen Bereichen kostspieliger. Während die Preise im Vorjahr teils noch stagnierten, deutet nun alles auf einen breiten Aufwärtstrend hin, der sowohl Käufer als auch Mieter fordert.
Preise folgen der Inflation
Laut der RE/MAX-Studie wird für das Jahr 2026 ein bundesweiter Preisanstieg über alle 17 untersuchten Marktsegmente von durchschnittlich 3,4 Prozent erwartet. Damit bewegen sich die Immobilienpreise in etwa auf dem Niveau der prognostizierten Inflation. Bernhard Reikersdorfer, Geschäftsführer von RE/MAX Austria, sieht darin eine Normalisierung des Marktes, die jedoch das Budget vieler Österreicher weiter belasten wird.
Lage entscheidet über Kaufpreis
Besonders bei Eigentumswohnungen klafft die Schere je nach Standort weiter auseinander. Wer in zentralen Lagen investieren möchte, muss mit einem Plus von 3,5 Prozent rechnen. Etwas moderater fällt der Anstieg am Stadtrand mit 2,9 Prozent aus, während Immobilien in Landgemeinden um etwa 2,3 Prozent teurer werden. Der Drang in die Städte bleibt somit der größte Preistreiber auf dem Eigentumsmarkt.
Mietmarkt unter Druck
Noch deutlicher fällt die Prognose für Mietwohnungen mit freier Mietzinsbildung aus. Hier überholen die Mietsteigerungen teilweise sogar die Kaufpreisentwicklungen. In urbanen Zentren wird ein Sprung von 4,0 Prozent erwartet, am Stadtrand sind es 3,4 Prozent. Selbst im ländlichen Raum müssen Mieter mit einem Aufschlag von 2,7 Prozent kalkulieren.
Comeback der Einfamilienhäuser
Nach einer Phase der Zurückhaltung stehen Einfamilienhäuser 2026 vor einem preislichen Comeback. Für Objekte in klassischen Siedlungslagen prognostizieren die Experten ein Plus von 3,0 Prozent. Wer von der absoluten Ruhe in Einzellagen träumt, muss mit 3,4 Prozent Mehrkosten rechnen. Auch Baugrundstücke bleiben ein knappes Gut und verteuern sich voraussichtlich um 3,5 Prozent.
Gewerbe zieht flächendeckend an
Erstmals seit längerer Zeit zeigt die Kurve auch bei Gewerbeimmobilien durchgehend nach oben. Besonders auffällig ist der erwartete Anstieg bei Ladenlokalen mit 3,9 Prozent. Büroflächen legen um 3,2 Prozent zu, während Betriebsgrundstücke und Gewerbeobjekte zwischen 2,8 und 3,0 Prozent teurer werden. Dies signalisiert eine wiedererlangte Zuversicht in der heimischen Wirtschaft.
Wien und Niederösterreich als Spitzenreiter
Im Bundesländer-Vergleich übernimmt die Bundeshauptstadt Wien mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von 4,2 Prozent die Führung. Dicht dahinter folgt Niederösterreich mit 4,0 Prozent, was den anhaltenden Boom im Speckgürtel unterstreicht. Auch Tirol liegt mit 3,7 Prozent deutlich über dem Schnitt. Am moderatesten zeigt sich die Entwicklung in Salzburg, das mit 1,5 Prozent das Schlusslicht der Preissteigerungen bildet.
Mietsteigerungen in den Metropolen
Besonders hart trifft es Mieter in den Ballungsräumen. In Wien könnten die freien Mieten in Top-Lagen um bis zu 4,6 Prozent steigen. Niederösterreich folgt mit 4,4 Prozent in Zentrumslagen, während Tirol mit 4,3 Prozent ebenfalls eine starke Dynamik aufweist. Im Burgenland hingegen bleibt der Druck auf dem Mietmarkt mit einem erwarteten Plus von 1,8 Prozent vergleichsweise gering.
Luxus und Forstwirtschaft
Auch abseits des klassischen Wohnbaus steigen die Preise. Penthouses, Lofts und Maisonetten werden um etwa 2,6 Prozent teurer. Land- und forstwirtschaftliche Flächen, oft als krisensichere Anlage gesehen, legen um 2,7 Prozent zu. Sogar das Segment der Stadt- und Zinshäuser verzeichnet ein Plus von 2,5 Prozent, was auf ein anhaltendes Interesse von Investoren hindeutet.
Das Immobilienjahr 2026 markiert die Rückkehr zu flächendeckenden Preissteigerungen in Österreich. Vor allem die Kombination aus hoher Nachfrage in Ballungsräumen und der Anpassung an die Inflation treibt die Kosten für Wohnraum und Gewerbeflächen nach oben. Für Wohnungssuchende und Häuslbauer bedeutet dies, dass schnelles Handeln wieder wichtiger wird, da die Talsohle der Preise definitiv durchschritten ist.
Quelle „heute.at“
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