Die Debatte um die Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Standorts erreicht im Jänner 2026 einen neuen Höhepunkt. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht der „faire Industriestrompreis“, den die Grünen jüngst präsentierten.
Die FPÖ-Energiesprecher NAbg. Axel Kassegger und NAbg. Paul Hammerl sparten im Rahmen einer aktuellen Stellungnahme nicht mit Kritik und warnten vor einem massiven Realitätsverlust der Regierungspolitik.
Die CO2-Falle als Preistreiber
Laut Kassegger und Hammerl ignorieren die Grünen sowie Umweltministerin Leonore Gewessler die tatsächlichen Ursachen für die anhaltend hohen Energiekosten. Während die Gaspreise spürbar gesunken sind – der Gaspreisindex (ÖGPIMonat) liegt im Jänner 2026 mit 30,39 EUR/MWh satte 33,7 Prozent unter dem Vorjahreswert – verharrt der Strompreisindex (ÖSPIMonat) bei 125,12 EUR/MWh auf hohem Niveau.
Die FPÖ-Abgeordneten machen dafür primär das europäische Emissionshandelssystem (ETS) verantwortlich. Die Formel sei simpel, aber fatal: Zwei Einheiten Gas plus eine Einheit CO2 bestimmen den Preis. Da die CO2-Kosten innerhalb weniger Monate von rund 60 Euro auf etwa 85 Euro pro Tonne gestiegen sind, verpuffen die Senkungen am Gasmarkt wirkungslos für den Endverbraucher.
Industrie unter massivem Druck
Der wirtschaftliche Schaden sei bereits in der gesamten Struktur Österreichs spürbar. Unter Berufung auf Daten der Industriellenvereinigung verwiesen die Freiheitlichen darauf, dass in den vergangenen Jahren bereits über 36.000 Arbeitsplätze in der Industrie verloren gingen. Jeder 15. Produktionsstandort musste demnach schließen. Kassegger und Hammerl betonten, dass dies längst keine theoretische Diskussion mehr sei, sondern eine existenzielle Bedrohung für den Wohlstand und die industrielle Wertschöpfung im Land.
Forderung nach EU-Reformen
Der grüne Vorstoß für ein Billig-Strom-Gesetz wird von der FPÖ als Scheinlösung tituliert. Stattdessen fordern Kassegger und Hammerl die aktuelle Bundesregierung auf, auf EU-Ebene eine grundlegende Reform des CO2-Handels voranzutreiben. Ohne eine ehrliche Strompreisbildung werde Österreich im internationalen Wettbewerb weiter zurückfallen.
Die FPÖ sieht im grünen Vorstoß eine Verschleierung der Tatsachen. Solange die politisch verursachten CO2-Kosten nicht gesenkt werden, bleibt jede Subvention des Strompreises nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Für eine echte Entlastung der Betriebe und Haushalte sei eine Abkehr von der aktuellen Emissionspolitik auf europäischer Ebene unumgänglich, um den Industriestandort Österreich langfristig zu sichern.
Quelle „Freiheitlicher Parlamentsklub“
Österreich zuerst für einen starken Standort.
