In Österreichs Kindergärten und elementaren Bildungseinrichtungen hat knapp ein Drittel der drei- bis fünfjährigen Kinder nicht Deutsch als Erstsprache.
Das geht aus dem aktuellen Monitoringbericht zur elementaren Bildung 2025/2026 hervor, den Statistik Austria gemeinsam mit Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) präsentiert hat. Besonders hoch ist dieser Anteil in Wien, wo sechs von zehn Kindern der betroffenen Altersgruppe eine andere Erstsprache aufweisen.
Starke regionale Unterschiede
Die statistischen Auswertungen zeigen deutliche regionale Differenzen innerhalb des Bundesgebietes. Während Wien mit einem Wert von genau 60 Prozent an der Spitze liegt, folgen dahinter Vorarlberg mit 28,9 Prozent und Oberösterreich mit 26,8 Prozent. In Salzburg beträgt der Anteil 22,6 Prozent, in Niederösterreich 20,6 Prozent und im Burgenland 20,3 Prozent. Dahinter rangieren Tirol mit 19,4 Prozent sowie Kärnten mit 17,9 Prozent. Für das Bundesland Steiermark stehen keine vollständigen Datensätze zur Verfügung.
Forderung nach Sprachkenntnissen bei Eltern
Angesichts dieser Ergebnisse richtete Familienministerin Claudia Bauer einen Appell an Mütter aus zugewanderten Familien und betonte die Notwendigkeit, dass auch Eltern selbst Deutsch lernen müssen. Die ÖVP-Politikerin verwies in diesem Zusammenhang auf das geplante Integrationspflichtengesetz im Kontext der Sozialhilfereform, da viele Frauen bislang kaum Zugang zu Sprachkursen erhielten. Ziel sei es, den bestehenden Kreislauf bei fehlenden Sprachkenntnissen wirksam zu durchbrechen.
Hohe Betreuungsquote bei Fünfjährigen
Der Bericht liefert zudem detaillierte Zahlen zur allgemeinen Inanspruchnahme von Kinderbetreuungseinrichtungen. Bei den Drei- bis Fünfjährigen liegt die Betreuungsquote österreichweit bei knapp 95 Prozent, wobei sie bei den Fünfjährigen mit 98,1 Prozent ihren Höchstwert erreicht. Bei Kindern unter zwei Jahren besuchen rund 36 Prozent eine Einrichtung, während der Anteil im ersten Lebensjahr bei 3,6 Prozent und bei den Einjährigen bei 35 Prozent liegt. Ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr befindet sich mehr als die Hälfte aller Kinder in elementarer Betreuung.
Die neuen Daten verdeutlichen somit sowohl den hohen Graden der Betreuungsintegration als auch die verbleibenden sprachlichen Herausforderungen im Bildungssystem.
Quelle „heute.at“
AustriaAktuell.at – Sprache ist der Schlüssel zur Bildung.
