Die Reiselust Herr und Frau Österreichers kühlt sich spürbar ab. Nach dem Allzeit-Rekord im Jahr 2024 verzeichnet die heimische Wohnbevölkerung ab 15 Jahren im ersten Halbjahr 2026 bereits zum zweiten Mal in Folge einen Rückgang bei den Urlaubsreisen.
Laut aktuellen Analysen von Statistik Austria wurden insgesamt 11,62 Millionen Trips mit mindestens einer Übernachtung absolviert – das entspricht einem Minus von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Reisen werden spürbar kürzer
Der Trend geht nicht nur zu weniger Trips, sondern auch zu einer kürzeren Aufenthaltsdauer. Im ersten Halbjahr 2026 dauerte eine Urlaubsreise im Durchschnitt nur noch 4,5 Tage, während es in den beiden Jahren davor jeweils 4,7 Tage waren. Das betont Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria. Der Rückgang betrifft dabei das Inland und das Ausland gleichermaßen: Sowohl Urlaube in Österreich (5,78 Millionen) als auch Reisen über die Staatsgrenzen hinweg (5,84 Millionen) verzeichneten ein identisches Minus von jeweils 1,7 Prozent.
Boom bei beruflichen Geschäftsreisen
Ganz im Gegensatz zum privaten Urlaub entwickelt sich das berufliche Reisesegment. Während in der Freizeit gespart wird, legte die Zahl der Geschäftsreisen um 4,5 Prozent auf insgesamt 1,80 Millionen zu. Den stärksten Wachstumstreiber bildeten dabei berufliche Auslandsreisen, die um erstaunliche 13,8 Prozent auf 0,95 Millionen hochschnellten.
Italien und Steiermark als Top-Ziele
Bei den bevorzugten Reisezielen dominiert weiterhin das gewohnte Bild: 50,3 Prozent aller Urlaubsreisen führten ins Ausland, während 49,7 Prozent im eigenen Land verbracht wurden. Das unangefochtene Lieblingsziel im Ausland bleibt Italien, das seinen Anteil sogar auf 23,7 Prozent aller Auslandsurlaube ausbauen konnte. Dahinter rangieren Deutschland mit 14,7 Prozent, Kroatien mit 9,0 Prozent, Spanien mit 6,7 Prozent und Ungarn mit 4,1 Prozent. Fernreisen außerhalb Europas machten 9,2 Prozent aus.
In der Heimat sicherte sich das grüne Herz Österreichs den ersten Platz: Die Steiermark war mit 21,5 Prozent aller Inlandsreisen die beliebteste Region, gefolgt von Salzburg mit 13,3 Prozent und Oberösterreich mit 12,9 Prozent.
Wandel bei den Verkehrsmitteln
Auch bei den Transportmitteln verändern sich die Gewohnheiten. Zwar bleibt der eigene Pkw mit 58,3 Prozent das meistgenutzte Verkehrsmittel für Urlaubsreisen, der Anteil sinkt jedoch seit Jahren kontinuierlich – 2024 lag er noch bei 60,9 Prozent. Bei Inlandsreisen dominiert das Auto zwar weiterhin mit 75,1 Prozent, doch bereits jede fünfte Reise im Inland (20,5 Prozent) wurde mit der Bahn angetreten. Bei Auslandsreisen liegt der Pkw mit 41,7 Prozent nur noch knapp vor dem Flugzeug, das auf 38,3 Prozent kommt. Der Zug verbuchte bei Auslandstrips einen Anteil von 11,3 Prozent.
Die Erhebung von Statistik Austria verdeutlicht ein geschärftes Bewusstsein der Österreicher bei den Freizeitausgaben. Es wird nicht nur seltener, sondern auch kürzer verreist. Während das eigene Auto für Heimaturlaube die erste Wahl bleibt, gewinnt die Bahn spürbar an Bedeutung. Auf der anderen Seite zeigt der deutliche Anstieg bei beruflichen Auslandsreisen, dass die wirtschaftliche Dynamik im Berufsleben wieder an Fahrt aufnimmt.
Quelle „heute.at“
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