Der massive Waldbrand im Kärntner Lesachtal hält die Einsatzkräfte seit Tagen in Atem, doch eine entscheidende Wende zeichnet sich ab.
Während hunderte Helfer gegen die Glutnester kämpfen, wächst die Hoffnung, dass noch im Laufe dieser Woche offiziell „Brand aus“ gemeldet werden kann.
Eingrenzung auf 110 Hektar
Seit dem dramatischen Ausbruch des Feuers am Donnerstagabend arbeiten die Feuerwehren unermüdlich daran, die Ausbreitung zu stoppen. Laut der aktuellen Einsatzleitung konnte das betroffene Gebiet mittlerweile auf rund 110 Hektar eingegrenzt werden. Am Sonntag verschaffte sich Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Daniel Fellner persönlich ein Bild der Lage vor Ort und lobte den unermüdlichen Einsatz der Helfer unter schwierigsten Bedingungen.
Kraftakt der Bodentruppen
Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin bereitet die Einsatzkräfte nun auf die nächste Phase vor. Er spricht von einer bevorstehenden Knochenarbeit der Bodentruppen, da nun vermehrt Glutnester im steilen Gelände händisch bekämpft werden müssen. Insgesamt stehen über spezielle Katastrophenschutzeinheiten bis zu 1.500 Kräfte bereit, um den finalen Sieg über die Flammen zu erringen.
Massive Unterstützung aus der Luft
Die Strategie der Brandbekämpfung setzt auf Effizienz. Obwohl Löschflugzeuge aus Italien angeboten wurden, entschied man sich unter der Leitung von Fellner dagegen. Der Grund ist rein rechnerisch: Mit einer Flotte aus sieben Hubschraubern – drei vom Bundesheer und vier von der Polizei – können pro fünf Minuten rund 6.000 Liter Wasser abgeworfen werden. Bisher wurden bereits über eine Million Liter Wasser über dem Tal verteilt.
Zusammenhalt über Grenzen hinweg
Der Einsatz im Lesachtal hat eine Welle der Solidarität ausgelöst. Ein Feuerwehr-KAT-Zug aus Spittal verstärkte bereits am Sonntag die Truppen, für Montag ist der Einsatz weiterer Einheiten mit rund 100 Personen geplant. Bezirkshauptmann Heinz Pansi sprach in diesem Zusammenhang von einem wahren Konzert der Zusammenarbeit. Besonders hervorzuheben ist auch die lokale Bevölkerung, die die Helfer vor Ort tatkräftig mit Verpflegung unterstützt.
Appell an die Arbeitgeber
Angesichts der Dauer des Einsatzes richtete Landeshauptmann Fellner einen dringenden Appell an die Arbeitgeber der freiwilligen Helfer, diese für den Dienst freizustellen. Um den finanziellen Ausfall abzufedern, gibt es für die Helfer eine Entschädigung von 200 Euro pro Person und Tag. Bezirksfeuerwehrkommandant Herbert Zimmermann bestätigte, dass seit Beginn bereits 980 Feuerwehrleute im Einsatz standen.
Existenzielle Sorgen im Tal
Für den Bürgermeister der Gemeinde Lesachtal, Bernhard Knotz, stellt dieser Großbrand eine persönliche Feuertaufe dar. Neben der unmittelbaren Gefahr sorgt er sich vor allem um die langfristigen Folgen für die Landwirtschaft. Der Verlust von Waldflächen ist für viele Betriebe in der Region eine existenzielle Bedrohung, die weit über das aktuelle Brandereignis hinausreicht.
Die Lage im Lesachtal stabilisiert sich dank eines koordinierten Großeinsatzes von Mensch und Maschine. Auch wenn die Löscharbeiten am Boden noch Tage andauern werden, ist die größte Gefahr für Leib und Leben vorerst gebannt. Der Fokus liegt nun auf der Sicherung des Geländes, um ein Wiederaufflammen zu verhindern.
Quelle“heute.at“
Österreich hält zusammen wenn es brennt
