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Die Bundesregierung hat im Rahmen des Doppelbudgets 2027/28 eine tiefgreifende Reform beschlossen.

Ab dem Jahr 2028 werden die Lohnnebenkosten in Österreich um einen vollen Prozentpunkt gesenkt. Diese Maßnahme bildet mit einem Gesamtvolumen von zwei Milliarden Euro das unumstrittene Kernstück des neuen Wirtschaftspakets und macht rund 80 Prozent aller geplanten Offensiv-Schritte aus.

Wirtschaftlicher Meilenstein

Konkret sinkt der Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) von bislang 3,7 auf dann 2,7 Prozent. Tanja Graf, die Generalsekretärin des Wirtschaftsbundes, spricht von einem echten Meilenstein für die heimische Wirtschaft. Nach Jahren hoher Belastungen durch die Arbeitskosten soll dieser Schritt den Betrieben in Österreich wieder mehr Luft zum Atmen verschaffen. Das Ziel ist klar definiert: Die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts muss nachhaltig gestärkt werden, um den Unternehmen neuen Handlungsspielraum für zukunftsweisende Investitionen zu eröffnen.

Tausende neue Arbeitsplätze

Die Senkung ist jedoch nicht nur eine Erleichterung für bestehende Strukturen, sondern auch ein Jobmotor. Eine aktuelle Untersuchung des renommierten Instituts EcoAustria prognostiziert durch die Entlastung die Entstehung von bis zu 12.000 neuen Arbeitsplätzen im gesamten Bundesgebiet. Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl betont in diesem Zusammenhang, dass die Reform die Beschäftigung im Land spürbar stabilisieren und beleben wird.

Bargeld für die Betriebe

Was bedeutet die Reform nun konkret für die einzelnen Arbeitgeber? Die Entlastung greift direkt beim Bruttolohn jedes einzelnen Beschäftigten. Legt man ein mittleres Bruttojahreseinkommen von 38.043 Euro zugrunde, spart ein Betrieb pro Mitarbeiter rund 380 Euro im Jahr. Bei der statistischen Durchschnittsgröße österreichischer Betriebe von 4,4 Mitarbeitern summiert sich der Vorteil auf etwa 1.672 Euro jährlich. Besonders personalintensive Unternehmen profitieren im großen Stil. Eine Firma mit 20 Angestellten spart 7.600 Euro, bei 100 Mitarbeitern liegt die Ersparnis bei 38.000 Euro und Großbetriebe mit 250 Beschäftigten behalten rund 95.000 Euro pro Jahr mehr im Unternehmen.

Die Debatte um die Finanzierung

Kritiker äußerten im Vorfeld den Verdacht, die Wirtschaft würde sich die Entlastung durch andere Abgaben selbst finanzieren. Dem widerspricht Barbara Eibinger-Miedl vehement. Die Netto-Entlastung für die Betriebe beläuft sich im Jahr 2028 auf reale 800 Millionen Euro. Die Gegenfinanzierung des Zwei-Milliarden-Pakets setzt sich aus verschiedenen Säulen zusammen. So fließen 500 Millionen Euro durch die Ausweitung der FLAF-Beiträge auf erwerbstätige Personen über 60 Jahren in den Topf. Jeweils 200 Millionen Euro werden durch eine Anpassung der Körperschaftssteuer sowie durch die Einschränkung des Gewinnfreibetrags aufgebracht. Weitere 300 Millionen Euro stammen aus einer angehobenen Bankenabgabe, flankiert von Anpassungen bei den Arbeitslosenversicherungsbeiträgen.

Ausblick auf die Folgejahre

Für kleinere und mittlere Unternehmen gibt es Entwarnung: Die Erhöhung der Körperschaftssteuer greift erst ab einem jährlichen Gewinn von über einer Million Euro. Zudem ist die stärkere Belastung des Bankensektors auf diese Branche begrenzt. Da die Erhöhung der Bankenabgabe und die Einschränkung des Gewinnfreibetrags nach aktueller Gesetzeslage im Jahr 2029 auslaufen, wird das tatsächliche Entlastungsvolumen für die Wirtschaft in den Folgejahren sogar noch weiter ansteigen.

Die Senkung der Lohnnebenkosten ist ein überfälliger und kraftvoller Schritt zur Entlastung des Wirtschaftsstandorts Österreich. Während die Brutto-Entlastung von zwei Milliarden Euro durch gezielte Gegenmaßnahmen im Budget ausgeglichen wird, verbleibt den Unternehmen ein echtes Plus von 800 Millionen Euro. Wenn die Prognosen von EcoAustria bezüglich der neuen Arbeitsplätze eintreffen, profitiert am Ende nicht nur die Führungsebene der Betriebe, sondern der gesamte österreichische Arbeitsmarkt.

Quelle „heute.at“

Mehr Raum für Wachstum, mehr Kraft für den Standort.

Von admin

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