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Die Zahlen des aktuellen Nachhilfebarometers der Arbeiterkammer zeichnen ein besorgniserregendes Bild des heimischen Schulsystems: Jeder dritte Schüler in Österreich nimmt inzwischen bezahlte Nachhilfe in Anspruch.

Insgesamt 338.000 Kinder und Jugendliche – umgerechnet 32 Prozent aller Schulkinder – greifen auf zusätzliche Unterstützung zurück, um dem Lernstoff zu folgen oder schlechte Noten auszugleichen.

Schwere Belastung für Familien

Besonders auffällig ist die Entwicklung im Primarbereich: Mittlerweile benötigt bereits jedes vierte Volksschulkind (23 Prozent) Nachhilfeunterricht. Für die privaten Förderstunden greifen Familien tief in die Tasche. Durchschnittlich entstehen Kosten von 720 Euro pro Kind und Schuljahr, was hochgerechnet eine gesamtösterreichische Jahressumme von rund 144 Millionen Euro ausmacht.

Kritik am Unterrichtssystem

Laut den Erhebungen sehen Eltern die Ursache nicht zwingend beim Leistungsvermögen der Kinder, sondern schreiben 28 Prozent der Nachhilfefälle direkten Defiziten im regulären Schulunterricht zu. Mangelnde Stoffvermittlung und Unterrichtsausfälle führen dazu, dass geschätzte 40 Millionen Euro der privaten Nachhilfekosten in Fördermaßnahmen fließen, die eigentlich das staatliche Schulwesen abdecken müsste.

Elke Larcher von der Arbeiterkammer kritisiert diese Entwicklung scharf. Wenn bereits bei den Jüngsten in den Volksschulen private Lernhilfe erforderlich sei, biete der Regelunterricht nicht mehr ausreichend Unterstützung. Dadurch werde eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe zunehmend auf die Familien verlagert.

Reaktion aus dem Bildungsministerium

Bildungsminister Christoph Wiederkehr von den Neos bezeichnete die Studienergebnisse gegenüber der Presse als ernsten Befund. Dass fast ein Viertel der Volksschüler Förderung außerhalb der Schule benötigt, unterstreiche die Notwendigkeit, wirksame Unterstützung direkt im Unterricht zu verankern. Der Bildungserfolg von Kindern dürfe nicht vom finanziellen Status der Erziehungsberechtigten abhängen. Als Gegenmaßnahmen verweist das Ministerium auf den Ausbau ganztägiger Schulformen, den Chancenbonus sowie gezielte Angebote wie die Sommerschule.

Der Trend zur privaten Nachhilfe zeigt deutliche Schwachstellen in den Schulen auf und stellt für viele Eltern eine erhebliche finanzielle Hürde dar. Um echte Chancengleichheit zu gewährleisten, müssen wirksame Förderungen fest im regulären Unterricht verankert werden.

Quelle „heute.at“

Bildung muss in der Schule gelingen.

Von admin

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