Der Wegfall der Umsatzsteuer auf Hygieneprodukte seit dem 1. Jänner 2026 sollte eigentlich für spürbare Entlastung in der Geldbörse sorgen.

Doch eine aktuelle Analyse der Arbeiterkammer (AK) zeigt nun: Nicht überall kommt das Steuer-Geschenk bei den Konsumenten an. Während viele Diskonter und Drogeriemärkte vorbildlich agieren, gibt es teils drastische Ausreißer nach oben.

Der AK-Preismonitor unter der Lupe

Um die tatsächlichen Auswirkungen der Steuerreform zu prüfen, haben Experten der Arbeiterkammer insgesamt 362 Produkte in zehn verschiedenen Online- und Filialgeschäften untersucht. Verglichen wurden die Preise aus dem November mit jenen im Jänner und Februar 2026. Im Fokus standen dabei Tampons, Slipeinlagen, Binden und Kondome, die seit Jahresbeginn offiziell steuerfrei sind.

Vorreiter bei der Preissenkung

Die gute Nachricht für Kunden: Ein Großteil des Handels hält sich an die Vorgaben. Besonders positiv hervorgetan haben sich die Diskonter Hofer, Lidl und Penny sowie die Ketten Spar und Bipa. Diese Händler gaben die Ersparnis bei fast allen untersuchten Artikeln vollständig weiter. Minimale Abweichungen wurden hier lediglich als Rundungsdifferenzen eingestuft. Auch die Drogeriekette DM setzte die Senkung bei Damenhygieneartikeln konsequent um, lediglich bei einem einzigen Kondom-Produkt blieb der Preis unverändert.

Lücken im Sortiment von Billa und Billa Plus

Weniger konsistent zeigt sich das Bild bei der Rewe-Gruppe. Während Billa bei Slipeinlagen die Steuer strich, gab es bei einzelnen Marken von Tampons, Binden und Kondomen Defizite. Hier lagen die Preise zwischen 5 und 8,3 Prozent über dem Niveau, das nach Abzug der Steuer zu erwarten gewesen wäre. Noch deutlicher war dies bei Billa Plus bemerkbar: Bei jedem dritten untersuchten Tampon-Produkt zahlten Kunden faktisch zu viel.

Massive Kritik an Drogeriekette Müller

Das deutliche Schlusslicht der Erhebung bildet die Drogeriekette Müller. Die Ergebnisse der AK sind hier besonders ernüchternd: Bei keinem einzigen der 49 untersuchten Slipeinlagen-Produkte wurde der Wegfall der Umsatzsteuer an die Kunden weitergegeben. Auch in den Kategorien Binden und Kondome suchte man Preissenkungen oft vergeblich. Die Spitze des Eisbergs bilden einzelne Produkte, die laut AK-Berechnung bis zu 56 Prozent teurer verkauft werden, als es der steuerfreie Preis rechtfertigen würde.

Forderung nach strengen Kontrollen

Angesichts dieser Differenzen fordert die Arbeiterkammer nun Konsequenzen. Damit die Anti-Teuerungsmaßnahme nicht als zusätzliche Marge in den Kassen der Konzerne landet, wird eine laufende Überwachung durch die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) verlangt. Nur durch lückenlose Kontrolle könne sichergestellt werden, dass die politische Entlastung tatsächlich dort ankommt, wo sie gebraucht wird: bei den Menschen.

Die Steuerbefreiung für Hygieneprodukte ist ein wichtiger Schritt, doch die Umsetzung im Handel erfolgt zweigeteilt. Während Diskonter und Bipa preislich fair agieren, hinkt Müller massiv hinterher und auch bei Billa zeigen sich teure Lücken. Für Konsumenten lohnt sich derzeit ein genauer Preisvergleich zwischen den Anbietern mehr denn je.

Quelle“heute.at“

Recht auf faire Preise statt versteckter Gewinne.

Von admin

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