Serbiens Präsident Aleksandar Vučić hat am Sonntag überraschend eine Niederlage bei der vorgezogenen Parlamentswahl eingeräumt. Nach fast zwei Jahren anhaltender Studentenproteste steht das Land vor einem historischen politischen Machtwechsel.
Vučić räumte die Niederlage in einer ersten Stellungnahme im nationalen Fernsehen ein. Zwar liegen noch keine endgültigen Resultate vor, doch basierend auf einer Stichprobe stehe das Ergebnis fest. Laut seinen Angaben kommt die von Studenten angeführte Bewegung auf 135 bis 140 der insgesamt 250 Sitze im Parlament. Seine eigene politische Bewegung dürfte demnach lediglich 105 Mandate erringen. Keine weitere Partei soll den Einzug ins Parlament geschafft haben, womit der Studentenbewegung die absolute Mehrheit sicher wäre.
Im September rief der langjährige Machthaber schließlich vorgezogene Wahlen aus, die nun zu seiner bislang größten Niederlage seit Amtsantritt im Jahr 2014 führten. Auch in Wien hatten serbische Staatsbürger stundenlang vor der Botschaft und dem Konsulat Schlange gestanden, um ihre Stimme abzugeben.
Stimmen aus Wien bis Belgrad: Ein historischer Abend markiert das Ende einer Ära.
Quelle „heute.at“
Ein Wandel an der Wahlurne, der Serbiens politische Landschaft grundlegend neu ordnet.
