Nach einem bunten Faschingsumzug kam es am späten Samstagnachmittag im Bezirk Mistelbach zu dramatischen Szenen. Ein missglücktes Überholmanöver zweier Pkw führte dazu, dass ein voll besetzter Faschingsanhänger umstürzte. Mehrere junge Menschen wurden dabei verletzt.
Kollision während des Überholvorgangs
Gegen 16:45 Uhr war ein 26-jähriger Mann aus dem Bezirk Mistelbach mit seinem Traktorgespann auf der Bundesstraße 7 unterwegs. Er kam gerade von einem Faschingsumzug in Schrick und steuerte das Gefährt in Richtung Bullendorf. Auf dem zu einem Festwagen umgebauten Anhänger befanden sich neun Personen im Alter zwischen 14 und 34 Jahren.
Hinter dem Traktor bildete sich eine Kolonne. Auf Höhe des Straßenkilometers 42,150 ereignete sich schließlich das Unglück: Ein 54-jähriger Autofahrer aus dem Bezirk Horn setzte zum Überholen an. Zur selben Zeit befand sich jedoch bereits ein 17-jähriger Lenker aus dem Bezirk Gänserndorf mit seinem Wagen im Überholvorgang. Die beiden Fahrzeuge prallten auf gleicher Höhe zusammen.
Anhänger durch Wucht des Aufpralls umgeworfen
Die Kettenreaktion war verheerend. Durch den Zusammenstoß wurde eines der Autos gegen den Anhänger geschleudert. Die Wucht hob das Heck des Wagens linksseitig an, woraufhin der Anhänger nach rechts in das Straßenbankett kippte und seitlich zum Liegen kam.
Während der Wagen des 54-Jährigen schwer beschädigt im Straßengraben landete und das Auto des 17-Jährigen auf der Fahrbahn zum Stillstand kam, mussten die Insassen des Faschingswagens das Schlimmste verkraften. Die drei Fahrzeuglenker blieben nach aktuellen Informationen unverletzt.
Großeinsatz der Rettungskräfte und Feuerwehren
Für die Personen auf dem Anhänger endete der Tag im Krankenhaus oder in medizinischer Behandlung. Fünf Insassen erlitten Verletzungen, die einen Transport in die Landeskliniken Mistelbach und Korneuburg erforderlich machten. Vier weitere Mitfahrer kamen mit leichteren Verletzungen davon und konnten nach einer Erstversorgung vor Ort in die häusliche Pflege entlassen werden.
Ein Großaufgebot an Einsatzkräften eilte zur Unfallstelle, darunter zahlreiche Rettungswagen sowie der Notarzthubschrauber Christophorus 9. Die Freiwilligen Feuerwehren Kettlasbrunn, Hobersdorf und Mistelbach waren mit insgesamt 30 Einsatzkräften und sechs Fahrzeugen vor Ort, um die Bergung durchzuführen und die Unfallstelle abzusichern.
Ermittlungen zur fehlenden Genehmigung
Die polizeilichen Erhebungen ergaben, dass keiner der beteiligten Fahrer alkoholisiert war – die Alkomattests verliefen durchwegs negativ. Allerdings kam im Zuge der Aufnahme ein rechtliches Nachspiel auf den 26-jährigen Traktorfahrer zu: Er konnte den erforderlichen Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Mistelbach für den Personentransport auf dem Anhänger nicht vorweisen. Die B7 blieb für die Dauer der Bergungsarbeiten zwischen 17:02 und 18:42 Uhr komplett gesperrt.
Ein ungeduldiges oder unkoordiniertes Überholmanöver zweier Pkw-Lenker verwandelte eine ausgelassene Faschingsheimfahrt in ein Trümmerfeld. Trotz der dramatischen Lage und fünf Hospitalisierungen grenzt es an Glück, dass bei dem Umkippen des schweren Anhängers keine lebensgefährlichen Verletzungen verzeichnet wurden.
Quelle“heute.at“
Sicherheit fährt vor – damit der Spaß kein jähes Ende findet.