Wolfgang Hattmannsdorfer/ © BKA PaulGruber
Die bevorstehende Urlaubssaison hat bei vielen Österreichern für Verunsicherung gesorgt.

Angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen rund um die Straße von Hormus wuchs die Sorge, ob der Treibstoff für den Sommerurlaub knapp oder unbezahlbar werden könnte.

Da die wichtige Schifffahrtsroute im Nahen Osten stark unter Druck steht, drohten theoretisch globale Engpässe bei Diesel und Kerosin. Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) trat nun jedoch vor die Presse, um eine klare Entwarnung für die heimische Bevölkerung zu geben.

Versorgung der Republik gesichert

Der Minister betonte, dass die Versorgung Österreichs über alle wesentlichen Energieträger hinweg vollkommen stabil sei. Die heimische Infrastruktur greife in Krisenzeiten verlässlich. Laut Hattmannsdorfer sorgen die Produktion der Raffinerie Schwechat, gut etablierte, alternative Importwege sowie die gesetzlich vorgeschriebene strategische Reserve dafür, dass das Land für mindestens 90 Tage autark handlungsfähig bleibt. Ergänzend dazu wurde die strategische Gasreserve von 20 Terawattstunden vorzeitig bis April 2029 verlängert, was etwa einem Viertel des gesamten Jahresbedarfs entspricht und Haushalten wie Betrieben langfristige Sicherheit garantiert.

Diesel-Lagerstände stark gestiegen

Beim Dieselkraftstoff ist die Alpenrepublik zwar zu rund 69 Prozent von Importen abhängig, doch auch hier gibt es positive Signale. Der Löwenanteil dieser Einfuhren – rund 71 Prozent – stammt aus Deutschland, wo die Raffinerien ohne jegliche Einschränkungen produzieren. Daten des Ministeriums zeigen, dass die kommerziellen Diesel-Lagerbestände in Österreich im April signifikant um 36 Prozent im Vergleich zum Vormonat zulegten. Damit liegt der aktuelle Wert gut 30 Prozent über dem vieljährigen Durchschnitt für diesen Monat, wodurch bisherige Importausfälle komplett ausgeglichen werden konnten.

Autarkie beim Flugtreibstoff

Noch komfortabler stellt sich die Situation beim Kerosin dar. Österreich produziert beeindruckende 95 Prozent des benötigten Flugturbinenkraftstoffs im eigenen Land. Der Flughafen Wien wird direkt aus der nahegelegenen Raffinerie Schwechat versorgt, weshalb ein plötzlicher Treibstoffmangel für abfliegende Maschinen nahezu ausgeschlossen ist. Die Kerosin-Lagerbestände schossen im Mai um über 56 Prozent nach oben und erreichten mit insgesamt rund 133.468 Tonnen den höchsten Mai-Wert der vergangenen sechs Jahre. Da das benötigte Rohöl überwiegend aus Kasachstan und kaum aus der Krisenregion bezogen wird, bleibt die Produktion stabil.

Das europäische Risiko

Trotz der exzellenten Ausgangslage im Inland bleibt ein Restrisiko durch die europäische Vernetzung bestehen. Sollte es zu einer monatelangen Blockade der Straße von Hormus kommen, könnten die Kerosin-Notreserven einiger EU-Partner bis zum Jahresende aufgebraucht sein. Für den österreichischen Flugverkehr bedeutet das: Maschinen können in Wien zwar vollgetankt abheben, im schlimmsten Fall an gestrandeten Destinationen im Ausland aber mangels Treibstoff nicht mehr für den Rückflug beladen werden. Ein großflächiger Ausfall europäischer Drehkreuze würde somit auch das heimische Flugnetz unweigerlich belasten.

Österreich hat seine Hausaufgaben in puncto strategischer Bevorratung vorbildlich erledigt. Dank voller Lager, der Leistungsfähigkeit der Raffinerie Schwechat und unabhängiger Lieferketten aus Ländern wie Kasachstan sind Diesel und Kerosin im Inland auf Monate hinaus abgesichert. Ein unbeschwerter Sommerurlaub ist aus energetischer Sicht garantiert. Dennoch zeigt die Krise, dass Österreich im Flugverkehr keine Insel der Seligen ist – brennt es im restlichen europäischen Luftraum, spürt das letztlich auch der Passagier in Wien.

Izvor „heute.at“

Österreich blickt voraus – Sicherheit für Ihre Wege.

Von admin

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