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Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) setzt mit seinem aktuellen Arbeitsbesuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ein deutliches außenpolitisches Ausrufezeichen. Angesichts der massiven Spannungen in der Golfregion suchte der Regierungschef in Abu Dhabi den direkten Schulterschluss mit Präsident Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan.

Im prunkvollen Präsidentenpalast stand am Donnerstag die Sicherheitslage ganz oben auf der Agenda. Stocker verurteilte dabei die jüngsten iranischen Drohnenangriffe mit scharfen Worten und versicherte dem Partnerstaat die volle Solidarität Österreichs.

Sicherheit durch Partnerschaft

Der Kanzler betonte in den Gesprächen, dass geopolitische Stabilität und wirtschaftlicher Erfolg im 21. Jahrhundert untrennbar miteinander verwoben sind. In einer Ära globaler Unsicherheit setzt Wien auf eine Vertiefung der strategischen Partnerschaft mit den Emiraten. Neben der militärischen Sicherheitslage geht es dabei vor allem um die technologische Souveränität. Die Zusammenarbeit soll insbesondere in den Zukunftsfeldern Künstliche Intelligenz, Forschung und industrielle Innovation massiv ausgebaut werden.

Wirtschaftsmotor am Persischen Golf

Die Zahlen untermauern die Bedeutung dieser Reise: Die VAE sind bereits jetzt Österreichs wichtigster Handelspartner in der gesamten Golfregion. Mit einem bilateralen Handelsvolumen von rund einer Milliarde Euro und über 150 heimischen Unternehmen vor Ort ist die Verflechtung enorm. Stocker warb in Abu Dhabi zudem für einen raschen Abschluss eines Freihandelsabkommens zwischen der EU und den Emiraten, um die europäische Wirtschaft breiter aufzustellen und unabhängiger von einzelnen Märkten zu machen.

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Industrielle Giganten und Energie

Ein Höhepunkt des Besuchs war die Visite bei der Industriemesse „Make it in the Emirates“ sowie im Hauptquartier des Energieriesen ADNOC. Gemeinsam mit Industrieminister Sultan Ahmed Al Jaber besprach Stocker die Zukunft der OMV und das Mega-Projekt Borouge Group International. Durch die Fusion von Borealis und Borouge entstand ein Weltmarktführer im Bereich Polyolefine mit Sitz in Österreich – ein Projekt, das mit rund 60 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Es sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch die industrielle Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich.

Innovation von Wasserstoff bis Gas

Auch die Energiewende und Versorgungssicherheit standen im Fokus. Während in Bruck an der Leitha eine bedeutende Elektrolyseanlage für grünen Wasserstoff entsteht, investiert die OMV parallel in die heimische Gasförderung in Wittau. Dort wurde kürzlich der größte Gasfund Österreichs seit über 40 Jahren erschlossen. Diese zweigleisige Strategie aus Innovation und klassischer Ressourcensicherung soll Österreichs Energieunabhängigkeit langfristig garantieren.

Kultur als Brücke nach Wien

Neben harter Geopolitik und Milliardengeschäften fand auch die Kultur ihren Platz im diplomatischen Protokoll. Bundeskanzler Stocker nutzte die Gelegenheit, um Präsident Al Nahyan eine offizielle Einladung zum Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker für das Jahr 2027 auszusprechen. Es ist eine Geste, die die tiefe Verbundenheit beider Nationen über die wirtschaftlichen Interessen hinaus festigen soll.

Der Besuch von Bundeskanzler Christian Stocker in Abu Dhabi markiert einen Wendepunkt in der österreichischen Golf-Diplomatie. Durch die Verbindung von klarer politischer Positionierung und massiven wirtschaftlichen Investitionsprojekten wie der Borouge Group sichert Österreich seinen Einfluss in einer der wichtigsten Wachstumsregionen der Welt. Die Allianz zwischen Wien und Abu Dhabi ist heute mehr als nur Handel – sie ist eine strategische Notwendigkeit für Sicherheit und Wohlstand.

Quelle „heute.at“

Österreich und die Welt: Partnerschaften mit Weitblick.

Von admin

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