Die Bundesregierung erhöht den Druck auf den Energiemarkt und verspricht den österreichischen Haushalten eine spürbare Entlastung bei den Fixkosten.

Durch ein Bündel an gesetzlichen Maßnahmen und neuen Tarifmodellen sollen die Stromrechnungen im ganzen Land deutlich schrumpfen. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist der neue Österreich-Tarif, der bereits in den Startlöchern steht.

Verbund geht mit Kampfpreis voran

Das Staatsunternehmen Verbund setzt ein klares Zeichen am Markt. Ab März führt der Konzern einen speziellen Österreich-Tarif für Haushalte ein, der bei einem Nettopreis von 9,5 Cent je Kilowattstunde liegt. Laut Verbund-Chef Michael Strugl bedeutet dies eine Preissenkung um rund ein Drittel. Für einen Durchschnittshaushalt ergibt sich daraus eine jährliche Ersparnis von etwa 200 Euro. Der Verbund wird in den kommenden Wochen seine rund 440.000 Bestandskunden kontaktieren, um den Wechsel in das neue Modell zu ermöglichen, das voraussichtlich eine einjährige Bindung vorsieht.

Politik fordert Landesversorger heraus

Die Regierungsspitze lässt keinen Zweifel daran, dass dieser Schritt erst der Anfang sein darf. Bundeskanzler Christian Stocker betont, dass der Vorstoß des Verbunds den Wettbewerb stärkt und fordert alle Energieversorger mit öffentlicher Beteiligung auf, diesem Beispiel zu folgen. Gemeinsam mit Vizekanzler Andreas Babler und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger wurde im Rahmen der Regierungsklausur unterstrichen, dass leistbare Energie oberste Priorität hat. Das neue Stromgesetz fungiert hierbei als Hebel: Eine integrierte Preis-runter-Garantie verpflichtet die Anbieter dazu, sinkende Börsenpreise spätestens nach sechs Monaten an die Endverbraucher weiterzugeben.

Reaktion der regionalen Energieanbieter

Ein Blick auf die Bundesländer zeigt, dass der Wettbewerb bereits Früchte trägt. Die Energie AG Oberösterreich verweist auf bestehende Angebote, die teilweise sogar unter dem Verbund-Niveau liegen, insbesondere für die junge Generation. In Niederösterreich hat die EVN bereits im Jänner eine Preissenkung von 12 Prozent vollzogen, während die Diskonttochter Switch mit 8,45 Cent pro Kilowattstunde sogar deutlich unter der 9-Cent-Marke bleibt. Auch Wien Energie betont, dass man bereits seit dem Sommer 2025 Tarife um 9,9 Cent anbietet, die von hunderttausenden Kunden genutzt werden.

Sozialtarif entlastet Geringverdiener

Besonders kräftig fällt die Ersparnis für einkommensschwache Haushalte aus. Ab April greift der im neuen Stromgesetz verankerte Sozialtarif. Dieser sieht einen Fixpreis von lediglich sechs Cent pro Kilowattstunde vor. Rund 280.000 Haushalte in Österreich werden von dieser Regelung automatisch profitieren und können mit einer jährlichen Entlastung von etwa 300 Euro rechnen. Damit will die Koalition sicherstellen, dass Energie auch für jene leistbar bleibt, die am stärksten von der Inflation betroffen waren.

Die Kombination aus dem neuen Österreich-Tarif, gesetzlichen Weitergabepflichten und dem kommenden Sozialtarif sorgt für eine dynamische Abwärtsspirale bei den Energiepreisen. Während der Verbund eine wichtige Benchmark setzt, zeigt der Marktvergleich, dass sich ein genauer Blick auf die Tarife der Landesversorger und Diskontanbieter für Konsumenten jetzt mehr denn je lohnt. Die Zeit der extrem teuren Stromrechnungen scheint durch den verstärkten Wettbewerb und staatliche Leitplanken vorerst beendet.

Quelle „heute.at“

Österreich unter Strom: Mehr Wettbewerb für Ihre Ersparnis.

Von admin

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