Wien – In den vergangenen Jahren hat sich zwischen Wien und Kiew ein logistischer Kraftakt vollzogen, der in dieser Dimension bislang verborgen blieb
. Über 18,5 Milliarden Euro an Bargeld und Edelmetallen wurden seit Beginn des Konflikts im Jahr 2022 von Österreich in die Ukraine transportiert. Was wie das Drehbuch eines Polit-Thrillers klingt, ist nun durch offizielle Regierungsdaten belegt.
Eklat an der Tankstelle
Ins Licht der Weltöffentlichkeit rückte das Thema durch einen dramatischen Vorfall Anfang März. Ein Geldtransport, der in Wien gestartet war, wurde auf einer ungarischen Tankstelle von Spezialeinheiten gestoppt. In den zwei hochgesicherten Fahrzeugen befanden sich rund 80 Millionen Euro in Form von Banknoten und Goldbarren. Die ungarischen Behörden beschlagnahmten die Fracht und wiesen die ukrainischen Bankbeamten unter dem Vorwurf der Geldwäsche aus.
Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte damals scharf und sprach von einer Geiselnahme und Staatsterrorismus. Er vermutete politische Motive hinter dem Stopp, insbesondere im Hinblick auf die für Ungarn wichtige Druschba-Pipeline.
Rückgabe nach Prüfung
Nach intensiver Prüfung mussten die ungarischen Behörden die Vorwürfe jedoch fallen lassen. Vor wenigen Tagen wurde der wertvolle Inhalt der Ukraine zurückgegeben, da sich keinerlei Anhaltspunkte für illegale Aktivitäten ergaben. Doch während der diplomatische Streit beigelegt scheint, wirft die Causa in Österreich hohe Wellen. Die FPÖ nutzte den Vorfall für eine parlamentarische Anfrage, um das wahre Ausmaß dieser Transporte zu klären.
Minister Marterbauer liefert Fakten
Die Antwort von Finanzminister Markus Marterbauer bringt nun Licht ins Dunkel. Während viele Fragen der Opposition zunächst unbeantwortet blieben, lieferte die Beantwortung zur Frage Nummer 38 präzise Daten aus dem Zollregister. Da Bargeld und Edelmetalle im gewerblichen Verkehr zwingend exportrechtlich angemeldet werden müssen, liegen die Zahlen nun schwarz auf weiß vor.
Die gigantische Bilanz
Die Statistik zeigt einen massiven Anstieg der Aktivitäten. Seit 2022 wurden insgesamt 1.011 Anmeldungen für Bargeldtransporte verzeichnet. Besonders das Jahr 2025 sticht mit 553 Transporten hervor. Allein im laufenden Jahr wurden bis zum 11. März bereits 102 Transporte durchgeführt. Die Summen sind schwindelerregend: 11,85 Milliarden Euro und 7,69 Milliarden US-Dollar wurden auf dem Landweg befördert.
Hinzu kommen 19 Transporte von Edelmetallen, die einen Wert von rund 143 Millionen Euro (kombiniert aus Euro- und Dollarwerten) repräsentieren. In der Gesamtabrechnung ergibt sich die astronomische Summe von exakt 18.504.846.872 Euro, die legal und angemeldet die österreichische Grenze Richtung Osten überquert haben.
Die Zahlen verdeutlichen, dass Österreich weit mehr als nur ein diplomatischer Vermittler ist. Die Alpenrepublik fungiert als zentraler Logistik-Hub für die finanzielle Versorgung der Ukraine. Dass diese Transporte trotz höchster Sicherheitsvorkehrungen in das Visier der Nachbarstaaten geraten können, zeigt die fragile Stabilität der Transitrouten in Krisenzeiten.
Quelle „heute.at“
Österreich im Fokus – Fakten, die bewegen.