gerald schombs/ unsplash
Der spektakuläre Haifang aus der Adria erhitzte monatelang die Gemüter der internationalen Meeresbiologen.

Nun herrscht endgültige Gewissheit über den historischen Fund, der zunächst auf einem kroatischen Küchentisch ein jähes Ende fand.

Ein Fund mit Hindernissen

Am 12. September 2023 zog eine Fischercrew südwestlich der Adriainsel Svilan nahe Rogoznica ein ungewöhnliches Lebewesen aus einer Tiefe von rund 120 Metern an die Oberfläche. Das Jungtier war etwa 1,2 Meter lang und wog 20 Kilogramm. Ohne die Tragweite ihres Fangs zu ahnen, klassifizierten die Fischer das Tier fälschlicherweise als Heringshai und verkauften es umgehend an ein lokales Restaurant. Für die Wissenschaft ging der physische Körper des Tieres damit verloren, noch bevor eine detaillierte Gewebeuntersuchung stattfinden konnte.

Wiener Forscher auf Spurensuche

Kurz darauf stieß ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des renommierten Wissenschaftlers Patrick Jambura, der an der Universität Wien tätig ist, auf das Bildmaterial des Fangs. Nach eingehender Analyse veröffentlichte die Gruppe im Januar 2025 im renommierten Fachjournal „Fishes“ eine vielbeachtete These: Es handele sich um den weltweit ersten wissenschaftlich verifizierten Nachweis eines neugeborenen Weißen Hais in der Adria.

Monatelanger Streit der Experten

Diese Erkenntnis blieb nicht unumstritten. Ein führender Haiforscher aus Kroatien meldete öffentlich Zweifel an der Wiener Analyse an. Seiner Argumentation nach ließen die dokumentierte Zahnmorphologie sowie die Körpermaße keine zweifelsfreie Identifizierung als Carcharodon carcharias zu. Es entbrannte ein leidenschaftlicher akademischer Diskurs über die korrekte Artenbestimmung, der die Fachwelt über Monate hinweg spaltete.

Die Allianz der 29 Fachleute

Um den Fall endgültig aufzuklären, formierte sich eine beispiellose wissenschaftliche Allianz. Insgesamt 29 Experten aus Europa, den USA, Japan und Neuseeland rollten den Fall noch einmal komplett auf und prüften sämtliche Bilddokumente und Zeugenaussagen. Am 23. Juni 2026 publizierte dieses Gremium das Abschlussgutachten im „Journal of Marine Science and Engineering“. Das Urteil ist unmissverständlich: Die Geometrie der Brust- und Rückenflossen beweist eindeutig, dass es ein Weißer Hai war.

Hoffnung für den Artenschutz

Der nun endgültig erbrachte Nachweis ist eine biologische Sensation für das Mittelmeer, wo der Weiße Hai als kritisch gefährdet gilt. Die Bestände in der Region sind seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts drastisch eingebrochen. Der Fund stützt die historische Theorie, dass die östliche Adria als Aufzuchtgebiet für den Nachwuchs dieser Apex-Prädaktoren dient. Die Experten betonen vor diesem Hintergrund die enorme Wichtigkeit von Bildmeldungen durch die zivile Seefahrt. In Kroatien steht die Spezies unter strengstem Naturschutz; jegliches Fangen oder Stören ist strengstens untersagt.

Die Bestätigung des Jungtiers vor der kroatischen Küste ist ein Meilenstein für die marine Forschung in Europa. Sie zeigt, dass die Adria nach wie vor intakte Rückzugsräume für gefährdete Großfischarten bietet. Gleichzeitig mahnt der Vorfall zu einer noch engeren Kooperation zwischen der lokalen Fischerei und der internationalen Meeresbiologie.

Quelle“heute.at“

AustriaAktuell: Damit Sie wissen, was morgen wichtig wird.

Von admin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert