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Drei Viertel der Menschen in Österreich sorgen sich um die kulturelle Identität des Landes. Zudem berichtet eine Mehrheit von 55 Prozent von negativen Erfahrungen mit Zuwanderern im öffentlichen Raum.

Das sind zentrale Ergebnisse der neuesten Integrationsbefragung des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF), die von der Peter Hajek Public Opinion Strategies GmbH im Auftrag gegeben und von Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) präsentiert wurde. Für die Erhebung wurden zwischen 26. Februar und 9. März 2026 insgesamt 1.016 Personen ab 16 Jahren befragt.

Skepsis gegenüber kultureller Entwicklung steigt

Laut der Studie halten 75 Prozent der Befragten die Sorgen um die kulturelle Identität Österreichs für eher oder sehr berechtigt, während nur 19 Prozent diese Bedenken nicht oder eher nicht teilen. Damit hat der Verunsicherungswert im Vergleich zu 2018 deutlich zugenommen – damals sahen 57 Prozent die heimische Kultur in Gefahr.

Große gesellschaftliche Spannungen verorten 56 Prozent der Befragten auf der Konfliktlinie zwischen Einheimischen und Zugewanderten. Dieser Wert liegt damit vor den Spannungsfeldern Links gegen Rechts (50 Prozent) sowie Arm gegen Reich (40 Prozent).

Kontrast zwischen Alltag und öffentlichem Raum

Die Wahrnehmung des Zusammenlebens unterscheidet sich stark nach dem jeweiligen Umfeld. Im persönlichen Freundes- und Bekanntenkreis ziehen 73 Prozent eine positive Bilanz aus dem Kontakt mit Migranten. Auch am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft überwiegen die positiven Rückmeldungen.

Konträr dazu fällt das Urteil im öffentlichen Raum aus: In öffentlichen Verkehrsmitteln, auf der Straße, beim Einkaufen oder in Parkanlagen berichten lediglich 36 Prozent von positiven Erlebnissen, während 55 Prozent der Befragten ihre Erfahrungen dort als eher oder sehr negativ einstufen.

Hohe Ablehnung bei Integrationsdefiziten

Auch bei allgemeinen Fragen zeigt sich Skepsis: 51 Prozent bewerten große Migrationsbewegungen als negativ für das Zusammenleben in Österreich. Beim Thema des politischen Islams sehen 52 Prozent eine negative Auswirkung.

Bei konkreten Fehlentwicklungen zeichnet die Befragung ein deutliches Bild:

  • 90 Prozent bewerten es als sehr oder eher problematisch, wenn Zuwanderer Gewalt bei verletzter „Ehre“ anwenden.
  • 90 Prozent sehen ein Problem darin, wenn Männer Frauen aufgrund ihres Geschlechts den Respekt verweigern.
  • 89 Prozent stören sich daran, wenn Zuwanderer nicht arbeiten und von Sozialhilfe leben.
  • 89 Prozent werten die Ablehnung österreichischer Kultur und Werte als problematisch.
  • 89 Prozent kritisieren unzureichende Deutschkenntnisse, die eine Arbeitsaufnahme verhindern.
Grüne üben scharfe Kritik an der Regierung

Die Ergebnisse riefen umgehend politische Reaktionen hervor. Die Grünen warnten in einer Aussendung vor einer Gefährdung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Sigi Maurer, Stellvertreterin der Grünen Klubobfrau, warf der ÖVP-Ministerin Bauer vor, als „lautstarke Gehilfin“ der FPÖ zu agieren, deren Ziel die Zerstörung des Zusammenhalts sei.

Maurer kritisierte die Bilanz des ÖVP-geführten Integrationsministeriums scharf. Trotz der Ankündigung der Regierung vor 15 Monaten, „Integration ab dem 1. Tag“ umzusetzen, liege bis heute keine einzige konkrete Maßnahme vor.

Quelle „heute.at“

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Von admin

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